Die Beleuchtung
(Beachten Sie bitte die Folgeseite "UMBAU"! Link am Seitenende.)
Der richtigen Mikroskopbeleuchtung kommt die wesentliche Aufgabe zu, unser zu untersuchendes Objekt in das "rechte Licht" zu setzen. Nun könnte man glauben, dies ist doch eine Selbstverständlichkeit, denn ohne sie könne man ja schließlich nichts sehen. Richtig! Aber genau das ist eben nicht so selbstverständlich und hat schon Generationen von Mikroskopikern beschäftigt. Nicht nur beschäftigt hat man sich ausführlich damit sondern auch darüber gestritten, welches denn nun die "richtige Beleuchtung" wohl sei. Eigentlich eine profane Forderung kann doch nur sein, unser Objekt so hell als möglich, aber auch so kontrastreich wie möglich zu "durchleuchten" ohne die Feinheiten des Objektes durch Überstrahlung verschwinden zu lassen. Und genau hier liegt das Problem!
Es haben sich verschiedene Beleuchtungsarten durchgesetzt, die auch jede für sich, besondere Anhänger und sogar Verfechter gefunden hat.
Keine Angst, wir schauen uns hier nur vier Beleuchtungsarten näher an die gerade den Anfänger interessieren, werden auch nicht über Sinn oder Unsinn streiten, sondern einfach mal im Geiste, ohne Wertung, durchspielen.
1.) Die Köhlersche Beleuchtung
4.) Die Beleuchtung im Dunkelfeld
Doch bevor wie die einzelnen Beleuchtungsarten kennen lernen, noch ein wichtiger Hinweis für alle, die mit Glüh- oder Halogenlampen arbeiten.
Das Licht dieser Lampen wird in der Regel über einen Hohlspiegel welcher hinter der Lampe steht, zum Kollektor reflektiert um die Lichtausbeute zu erhöhen. Den korrekten Sitz des Spiegels erkennen Sie, wenn Sie in das Okular / die Okulare sehen und den Kondensor bei offener Aperturblende so einstellen, dass Sie zum Einen das Wendelbild der Lampe - hier allerdings nur bei Klarglaslampen - und zum Anderen Ihr Spiegelbild unmittelbar parallel übereinander sehen. Siehe Bild! Falls Sie Mattglaslampen einsetzen, erhalten Sie als "Wendelbild" zwei helle Flecke. Diese werden ebenso wie unten aufgeführt übereinander gebracht!
Zur
besseren Unterscheidung wurde das Spiegelbild der Wendel in Rot dargestellt.
Wichtig dabei, die beiden Wendelbilder dürfen nicht ineinander greifen oder gar ineinander liegen, da sich dadurch die Originalwendel unverhältnismäßig erwärmt und die Lampe früher zerstört wird. Um Dieses Wendelbild wie oben gezeigt einstellen zu können, ist der Hohlspiegel meist über Schrauben oder andere Einrichtungen beweglich (justierbar). Wie dies an Ihrem Mikroskop zu bewerkstelligen ist, sollte eigentlich Bestandteil Ihrer Gebrauchsanleitung zum Mikroskop sein. Am Laboval 2 sei dies aber kurz erklärt.
Der
Spiegelhalter im Laboval 2 ist eine ziemlich einfache Konstruktion! Eine
kleine Platte aus Metall im abgebildeten Maßstab trägt in ihrer
Mitte einen Hohlspiegel ( als schwarze Kreise dargestellt ) und wird durch
die beiden unteren Löcher mit dem Lampenkörper verschraubt.
Da die Löcher etwas weiter sind als der Schraubendurchmesser dick
ist, lässt sich vor dem endgültigen festziehen der Schrauben,
der Spiegel in gewissen Grenzen verschieben. Dies reicht in der Regel
aus, das obige Wendelbild zu erzeugen. Dazu entnimmt man das gesamte Lampengehäuse
aus dem Fuß des Laboval und stellt in ca. 11,5 cm Abstand ( dies ist
der gemessene Abstand zur Aperturblende des Kondensors ) ein Stück
weißes Papier auf. Nun schaltet man die Beleuchtung ein und verschiebt
den Spiegelhalter langsam soweit, bis das oben gezeigte Wendelbild erreicht
ist. Jetzt die Schrauben endgültig festziehen und das gesamte Lampengehäuse
wieder in den Fuß einbauen.
Im Original muss die Abbildung der beiden Wendelbilder auf der zugezugenen Aperturblende in etwa so aussehen!


Und
so durch ein "Einstellfernrohr -
wird zur Deckungseinstellung von Phasenkontrastobjektiven und Kondensor
benötigt - " und ein 40er Objektiv betrachtet. Das obere
Wendelbild ist das Spiegelbild des unteren Original Wendel-Bildes! Hier
wird nun auch deutlich, warum der Spiegel so ausgerichtet werden muss,
dass das Spiegelbild eben nicht in das Bild der Originalwendel projiziert
werden darf, sondern parallel darüber oder darunter. Es spiegelt sich
nämlich nicht nur das Licht sondern auch die Wärmestrahlung, was zu
einer Überhitzung
der
Lampe
führen
würde.
Vor allem dann, wenn die Spannung weiter aufgedreht werden muss.
( Die Wendel wird im o.a. Bild gerade nur mit
soviel Strom versorgt, dass sie von der Mitte aus zur Weißglut angeregt
wird. )
Nicht vergessen, den Netzstecker beim Ein und Ausbau zu ziehen! LEBENSGEFAHR, da die 220 Volt Anschlüsse des eingebauten Transformators nicht gegen Berührung gesichert sind!
Doch nun zu den einzelnen Beleuchtungsarten!
Zu 1. Die Köhlersche Beleuchtung ist die interessanteste und mit Sicherheit für Hellfeldmikroskopie die effektivste, die aber auch ein großes Verständnis und die richtige Handhabung und Einstellung verlangt. Sie belohnt uns für unsere Einstellmühe mit einem sauber ausgeleuchteten Bild, gutem Kontrastverhältnis ohne die Feinheiten der Objekte zu unterdrücken.
Wenn wir uns nochmals den ersten Abschnitt von der Seite "Kondensor" vor Augen halten, dann steht da, Linsen bilden ab, nichts anderes tun sie! Aber was um Himmels Willen kann man bei Licht denn abbilden, werden sie fragen!? Nun, ALLES was sich im Strahl(engang) befindet, Staub, Schmutz, Fingerabdrücke, die Blenden und eben unser zu untersuchendes Objekt. Sogar den Ursprung, die Lichtquelle selbst - oder besser, die Licht erzeugende Glühwendel der Lampe -. Die Licht- und Objektbild erzeugenden Anteile benötigen wir, die anderen wie Schmutz, Staub und Fingerabdrücke sicher weniger. Um dies Bestmöglich zu erreichen, benötigen wir also etwas mehr als nur die Lampe oder den Spiegel mit denen unser Objekt durchleuchtet wird. Sicher sähen wir auch ohne Kondensor und der damit verbundenen Einstellarbeit ein Bild. Aber es wirkt flau, kaum hell genug und wenig ansehnlich. Wenn Sie alle folgenden Beleuchtungsarten einmal richtig anwenden können, sollten Sie den Versuch ohne Kondensor ruhig einmal wagen, Sie werden schnell sehen, warum sich die Mühe einer richtigen Beleuchtungseinstellung und deren Erlernen für Sie gelohnt hat.
Doch nun zu den Beleuchtungsarten
Zu 1. dem Köhlerschen Beleuchtungsprinzip. Hier kann nur eine Grafik helfen, zu verstehen, was nebenstehend beschrieben wird.
Das nebenstehende Bild wirkt auf den ersten Blick sehr komplex und sicherlich verwirrend. Doch es ist nur ein Schnitt durch unser Mikroskop ohne störendes Gehäuse. Um die Sache aber erfassbar zu machen, sehen Sie auf der rechten Seite die Zusammenfassung der Komponenten, die wir ja schon auf der Seite Mikroskop und Mikroskoptechnik kennen gelernt hatten. (Senkrechte Beschriftung) Auf der Linken Seite sind alle relevanten Einzelteile dieser Komponenten aufgeführt. Wenn an einzelnen Komponenten rote Zahlen stehen, so weist dieses auf eine Besonderheit hin, die im Laufe dieser Beschreibung noch erläutert wird. Wir erarbeiten uns das Bild und somit das Verständnis Abschnitt für Abschnitt. Wir fangen unten bei der Beleuchtungseinrichtung an.
Wir gehen also davon aus, unser Mikroskop hat zum Einen eine eingebaute Beleuchtung und zum Anderen eine Niedervoltlampe mit Lampenwendel. Diese Wendel erzeugt nun durch Weißglut ein Licht, welches von einem asphärischen Kollektor (eine dicke und an einer Seite stark nach außen gewölbte Linse) zum nächsten Linsensystem (dem Kondensorlinsensystem) projiziert wird. Man kann auch sagen: "Die Lampenwendel wird in die Kondensor-Aperturblende und somit in der unteren Brennebene des Kondensors abgebildet." Zu sehen im Bild Punkt 1 in welchem unser Wendelbild erneut zu sehen ist. Der Kondensor (also sein Linsensystem) nimmt dieses Wendelbild nun auf und bildet es durch den Objektträger 2* und durch das Objekt in der "Austrittspupille" 3 des Objektivs - also ebenfalls in dessen hinteren Brennebene - wieder ab. (Ebenfalls erkennbar an der gelben Wendel zwischen der Objektivblende 3.) Dies nennt man auch das reale Zwischenbild. Real deshalb, weil es frei im Raum schwebt und somit abbildbar wäre. (Auf einer Mattscheibe z.B.) Aber nun weiter mit dem Köhlerschen Beleu-chtunsprinzip. Da wir ja nun wissen, das Linsen abbilden, dürfen wir auch davon ausgehen, das die Blenden ebenfalls abgebildet werden. Also ebenfalls sichtbar, aber was noch wichtiger ist, auch wirksam werden, so als wären sie real

vorhanden. Dies ist zum Beispiel im Objektträger der Fall, hier bilden wir mit der richtigen Einstellung z.B. die Leuchtfeldblende im Objektträger und somit auch im (besser um das) Objekt ab. Deshalb auch der rote * hinter der 2 im obigen Text. Und wenn wir uns das Bild genau betrachten, so erkennen wir auch das "graue" Blendenabbild unserer Leuchtfeldblende zwischen Objektträger, Objekt und Deckglas eingezeichnet. Denn es dürfte schwierig sein, solch eine kleine Blende real zu konstruieren und zu Händeln, so filigran wäre sie. Also hilft man sich mit der oben erwähnten Fähigkeit unserer Linsen, "alles" abzubilden und projiziert die Leuchtfeldblende als Objektblende kurzer Hand einfach ein. Nur, was soll sie da? Überlegen wir mal, was geschehen würde, wären die Blenden nicht da? Die einzige Möglichkeit, unser Licht entsprechend dem Objekt, seinen Bedürfnissen anzupassen, wäre die Lichtleistung runter oder rauf zu regeln. Also erfüllt unsere Leuchtfeldblende (unten in der Beleuchtungseinrichtung eingebaut) gleich zwei Aufgaben! Zum einen begrenzt sie die Lichtmenge die aus der Lampe in den Kondensor eintritt und zum anderen ermöglicht sie mit der Abbildung im Objektträgerbereich durch Zuziehen eine genaue Bleuchtungsbegrenzung zur Objektivöffnung. Kleine Vergrößerung, Blende weiter auf, große Vergrößerung, Blende entsprechend schließen.
Doch wie wird die Köhlersche Beleuchtung denn nun eingestellt?
Nun, das kommt in erster Linie auf IHR Mikroskop an und wie diese Möglichkeit implantiert wurde! Anhand unseres Modells LABOVAL 2 will ich es aber gern erklären. An Ihrem Mikroskop wird eine ähnliche Möglichkeit vorhanden sein, dies zu bewerkstelligen - vorausgesetzt, Ihr Mikroskop bietet die Einstellung der Köhlerschen Beleuchtung generell, dies ist leider nicht bei allen Modellen durch den Hersteller vorgesehen! -.
MERKSATZ: "Die nachfolgende Prozedur muss für jeden Objektivwechsel immer wiederholt werden!"
6.) Jetzt,
ohne am Tischhubtrieb nachzustellen, heben oder senken
wir mit dem Kondensortrieb den Kondensor (Aperturblende
ist vollkommen geöffnet) vorsichtig soweit, bis wir ein scharfes Bild
der Leuchtfeldblende und des Objektes
sehen!!!

Leuchtfeldblende geschlossen und nicht zentriert!

8.) Nun,
die Leuchtfeldblende weiter öffnen, bis sie das Sehfeld gerade
verlässt,
also von uns nicht mehr wahrgenommen werden
kann.
Leuchtfeldblende gerade etwas außerhalb des Sehfeldes
Das war´s auch schon! Einfach? Na, etwas Übung gehört schon dazu, aber irgendwann geht dies in Fleisch und Blut über. In den obigen Darstellungen wurde natürlich kein "Objekt" eingezeichnet, - was sollte ich da auch reinmalen -, aber im Bild Ihres Mik. Sehen Sie natürlich immer auch noch das Objekt scharf eingestellt.
Nun entfernt man das Okular für einen Moment aus dem Tubus und blickt in diesen hinein. Die Kondensor- oder Aperturblende wird nun soweit zugezogen, dass sie den Pupillendurchmesser der Objektivhinterlinse auf 2/3 verringert. Diese Faustregel reicht in dem meisten Fällen aus, sollte aber individuell eingestellt werden.
Aperturblende wird soweit geschlossen das nur noch 2/3
der Objektivhinterlinse sichtbar bleibt.
So eingestellt liefert die Köhlersche Beleuchtung ein optimal gleichmäßig ausgeleuchtetes Bild mit gutem Kontrast und Auf-lösungsvermögen.
Die kritische Beleuchtung ( auch Nelson-Beleuchtung genannt, oder war es umgekehrt besser?)
Die kritische oder Nelson Beleuchtung ist ein einfaches und ebenfalls effizientes Verfahren der Mikroskopbeleuchtung. Für Anfänger sogar einfacher in der Handhabung da weniger Einstellvorgänge notwendig sind als bei der oben besprochenen Köhlerschen Beleuchtung. Das Prinzip beruht darauf, dass eine gleichmäßig beleuchtete Mattscheibe in die Objektebene projiziert wird. Sollte die Lampenstruktur oder die der Mattscheibe mit dem Objekt gleichzeitig dargestellt werden, dreht man den Kondensor einfach ein klein wenig nach unten.
Voraussetzung:
Eine Mattglasscheibe muss zwischen Lampe und Kollektor gebracht werden! (mit der rauen Seite zum Kollektor hin). Sofern Ihr Mik. an dieser Stelle einen Filterhalter oder wie mein Laboval 2 einen speziellen Schlitz hat.
Einstellung:
1.)
Man legt / stellt zunächst die Mattscheibe
in den Filterhalter oder vorgesehenen Schlitz.
2.) Jetzt öffnet man (falls
vorhanden) die Leuchtfeldblende
und Aperturblende
ganz.
3.)
Beleuchtung einschalten!
4.)
Kondensor ganz nach oben zum Anschlag drehen.
5.)
Zu untersuchendes Objekt auflegen und wenn möglich scharf einstellen.
6.)
Kondensor langsam absenken bis Körnung der Mattscheibe
sichtbar mit dem Objekt abgebildet wird.
7.)
Kondensor noch ein ganz klein wenig weiter absenken bis Körnung der Mattscheibe
nicht mehr sichtbar ist.
8.) Die
Aperturblende soweit schließen, bis ein guter Kompromiss zwischen Kontrast
und Objektauflösung erreicht
ist.
Gerhard Göke (im Heft Mikrokosmos, Jahrg. 91 Heft 3 /2002 Seiten 175 - 181 / Artikel: "Nelson-Beleuchtung und davon abgeleitete Beleuchtungsverfahren") meint dazu u.a. "....Der Bildkontrast steht dem bei Köhlerscher Beleuchtung nicht nach..". Auch ich kann sagen, mit Objektiven bis 40/0,65 (das nächst höhere ist bei mir 100/1,25) vermag auch ich keine Einschränkungen oder gar Verschlechterungen gegenüber der Köhlerbeleuchtung fest zu stellen. Beim 100/1,25er Öl bin ich mit mir selbst noch nicht einig, ob sich hier ein sichtbarer Unterschied zeigt. Meiner Meinung nach kommt es hier auch maßgeblich auf das zu betrachtende Objekt an. Im Übrigen nutzt man in dem mich interessierenden Betrachtungsgebiet "Leben im Wassertropfen" das 100er Öl nur in speziellen Ausnahmefällen, so dass ich immer öfter "mal eben schnell" die kritische oder Nelson Beleuchtung verwende. Denn gegenüber der Köhler-Beleuchtung, welche nun mal kaum was für "Faule" übrig hat - Neueinstellung bei jedem Objektivwechsel - spricht die kristische oder Nelson-Beleuchtung vornehmlich diese Klientel an, denn mal eben nach einem Objektivwechsel den Kondesor etwas anheben oder Absenken ist ja nun wirklich kein Akt, denn die Finger sind ja (hoffentlich) eh immer am Aperturblendenhebel oder am Feintrieb. Aber vor allem bei der Lebendbetrachtung der Objekte im Wassertropfen spielt die Nelson Beleuchtung ihre Stärke aus, ermöglicht sie doch einen schnellen Objektivwechsel ohne das zu betrachtende Objekt aus dem Auge zu verlieren. Stellt man jedoch erst fachgerecht die Köhlerbeleuchtung ein, so sucht man anschließend meist den "gerade eben noch gesehehen" Probanden oft vergeblich!
Ist ebenfalls eine interessante Beleuchtungsart die die Objektstrukturen und Feinheiten anders als bei der direkten und geraden Durchleuchtung auf einfache Weise darstellen kann, da sie wie das Wort schon sagt, schief, also von der Seite erfolgt. Herr Klaus Henkel hat dies in seiner Mikrofibel Absatz 2.6.2 "Schiefe Beleuchtung" und mit einem Beispiel im Absatz 4.1 "Das Diatomeen Testpräparat" (ich lege Ihnen den Download hier noch einmal gesondert ans Herz) sehr anschaulich dargestellt zu was diese Beleuchtungsart befähigt ist. Im Absatz 4.5.2.1 stellt er sogar eine "Bastelanleitung" zur schiefen Beleuchtung vor, die sich schnell und einfach nachbauen lässt. Aber was bewirkt die Schiefe Beleuchtung denn nun, oder besser was ist das? Vereinfacht ausgedrückt wird das Licht von einem lichtundurchlässigen Hindernis welches sich im Strahlengang befindet, (K. Henkel spricht sogar nur von einem Zeigefinger den man zwischen Lichtaustrittsöffnung und Kondensor hält) zur Seite hin abgelenkt. Dieses abgelenkte oder "schiefe" Licht trifft unser Objekt nun in der Hauptsache von der Seite statt von unten. Dies erhöht den Kontrast in unserem Objekt, so dass auch feinste Einzelheiten besser sichtbar werden. Da die Einstellungen die gleichen sind wie bei der Köhlerschen Beleuchtung, nur das hier eben zusätzlich noch ein Hindernis in den Strahlengang "eingeschoben" wird, können wir hier abschließen.
Die Dunkelfeldbeleuchtung ist eine besondere Art, hauptsächlich lebende, Organismen zu betrachten. Dazu ist es notwendig, diese Organismen nur mit einem "Streiflicht" zu beleuchten. Durch dieses Streiflicht erstrahlen die Umrisse hell im sonst dunklen Umfeld, was natürlich eine starke Kontraststeigerung bewirkt. Es gibt zwei Möglichkeiten, dieses Licht zu erzeugen, zum einen mit einem speziellen aber relativ teuren Dunkelfeldkondensor (siehe Bild) oder zum anderen mit einer Ringblende, die man sich schnell selbst basteln kann. Die Wirkweise ist ungefähr die gleiche und wird im Text neben dem Bild erklärt.
Das nebenstehende Bild zeigt den Dunkelfeldkondensor und die oben erwähnte Variante, die Ringblende. (Für vergrößerte Betrachtung bitte auf Bild klicken) Beide Verfahren ermöglichen es somit, lediglich einen "Lichtkranz" zur Objektbeleuchtung zuzulassen. Im DF-Kondensor trifft der volle Beleuchtungsstrahl zunächst auf eine spiegelnde Halbkugel (1) somit ist der gerade Lichtweg versperrt. Von dieser Halbkugel reflektiert das Licht nun nach schräg unten (2) wo es auf wiederum auf eine schräge spiegelnde Fläche trifft (3) von welcher es schräg nach oben und durch die Objektebene reflektiert. Trifft das Licht nun in der Objektebene auf ein durchsichtiges Objekt, so wird es an dessen Rändern gebeugt und fällt jetzt in die Objektiv-Linse. Das Licht das nicht auf ein "Objekthindernis" trifft stahlt somit an der Objektivlinse vorbei in den freien Raum. Schaut man sich die Ringblende an, die unterhalb des Kondensors im Filterhalter liegt, fällt es nicht schwer, die Parallelen zum DF-Kondensor zu sehen. Es gibt eine einfache, von mir erprobte Methode, sich schnell solch eine Ringblende selbst herzustellen. Ein rundes durchsichtiges Glasblättchen mit 32 mm Ø wird mit einem Papp- oder Kunststoffring (Innenmaß 15 mm Ø) und einer Wandstärke von 3 mm belegt, welcher als Schablone dient. Nun wird das Ganze vorsichtig mit schwarzer Mattfarbe - Bau- oder Farbenbedarfsmarkt - ausreichend (auf Lichtundurchlässigkeit) besprüht und trocknen lassen.
Dies funktioniert mit Objektiven bis 40:1 ganz ausgezeichnet und reicht für Lebenduntersuchungen von allerlei "Wassergetier" vollkommen. Oder Sie drucken sich die Blende einfach aus, wie unter Kontraststeigerung näher beschrieben!
Übrigens, die Videos "Rädertier 1" und "Rädertier 2" unter dem Link VIDEOS sind Dunkelfeldaufnahmen, das Dunkelfeld wurde hier mit einer selbstgebauten Ringblende nach obigem Muster angefertigt! Viel Spaß beim Betrachten.
Kontraststeigerung!?
Ein
wichtiges Thema in der Mikroskopie! Immer bemüht, sein Objekt so kontrastreich
und sauber wie möglich betrachten zu können, aber auch bei der
Mikrofotografie ebenso wichtig, haben Mikroskopiker schon immer versucht,
hier gangbare Lösungen zu finden. Einige Beispiele zeigen nachfolgende
drei Bilder eindrücklich! Drei mal das gleiche Objekt in unterschied-



licher Kontrastierung vermitteln eine Vorstellung von dem was gemeint ist. Das linke Bild ist eine normale Hellfeldaufnahme, das mittele Bild eine Aufnahme im Phasenkontrast - hier noch nicht behandelt (separate Seite folgt in Kürze) - und das rechte Bild zeigt das gleiche Objekt (leeres Rädertiergehäuse) als Dunkelfeldaufnahme. Feine Struckturen, welche sich im Hellfeld kaum von der Umgebung abheben, lassen sich im Phasenkontrastverfahren deutlich darstellen. Aber auch im Dunkelfeld scheint man mehr vom Objekt erkennen zu können. Hier hebt sich alles hell vom dunklen Untergrund ab, so dass der Eindruck entsteht, man sähe mehr vom Objekt. Hellfeld und Dunkelfeld lassen sich (siehe oben) verhältnismäßig leicht einrichten. Der Phasenkontrast hingegen erfordert einen gewissen technischen Aufwand und speziell hergestellte Objektive sowie einen besonderen "Phasenkontrast-Kondensor". Aus diesem Grunde findet sich hier in Kürze eine spezielle Seite "DER PHASENKONTRAST" auf welcher diese Kontrastierungsart ausführlich vorgestellt wird. Aber auch mit einfachen, mit etwas Geschick von jedermann nachbaubaren Filtern läßt sich eine Kontraststeigerung gegenüber dem normalen Hellfeld erzeugen. Im Internet findet sich unter: http://www.microscopy-uk.org.uk/mag/artnov02/diydic.html und vom selbenAutor unter http://www.microscopy-uk.org.uk/mag/artapr02/contrast.html eine effektive und vor allem "einfache" und preiswerte Methode dies mit "einfachen" Farbfiltern zu bewerkstelligen. Aber, der Autor empfiehlt, sich diese Filter mittels schwarzer Pappe und bunter Folie selbst anzufertigen. Das dies noch einfacher und effektiver gehen müsste, war meine Überlegung dabei! Frech wie ich nun mal bin, habe ich zunächst alle abgebildeten Filterbilder mittels Copy kopiert und in ein Fotoprogramm übernommen. Alles auf die rechte Größe gebracht (mein Filterhalterdurchmesser ist nun mal 32 mm) und auf eine Tintenfarbdruck fähige Folie mit der höchsten Auflösung, welcher mein Epson Photo-Stylus 750 kann, nämlich 1440 DPI, ausgedruckt! Die Filter werden je nach Bedarf in den, hoffentlich unter der Aperturblende des Kondensors vorhandenen, Filterhalter eingelegt und mit "Gefühl" bei ständiger Beobachtung des Mikroskopbildes vorsichtig in den Strahlengang gedreht bis das erwartete Resultat bei höchstem Kontrast erreicht ist. Auch die Aperturblende muss ebenso behutsam geöffnet oder geschlossen werden. Erste Tests ergaben verblüffende Ergebnisse, welche ich später auf der Seite "Geschichten" noch näher vorstellen werde. Auf jeden Fall aber hat sich meine Idee mit dem Ausdruck bisher schon und auch "Augenscheinlich" bewährt.

Alle dargestellten Filter sind von Wim van Egmond, The Netherlands © by Wim van Egmond, The Netherlands! URL: http://www.microscopy-uk.org.uk/mag/artnov02/diydic.html & http://www.microscopy-uk.org.uk/mag/artapr02/contrast.html Nähere Erklärungen in englischer Sprache entnehmen Sie bitte diesen Seiten in den oberen beiden Links!
HINWEIS: Die hier gezeigten Filter sind auf den originalen Durchmesser der üblichen Filterhalter auf 32 mm vergrößert worden. Mit einem Rechtsklick auf das Bild können diese Filter direkt über einen Farbtintenstrahldrucker ausgedruckt werden! Mittels Kopieren und Einfügen aber auch in die handelsüblichen Fotobearbeitungsprogramme weiterverarbeitet werden. Bei Direktdruck machen Sie am besten zunächst einen Papierkontrollausdruck und korrigieren ggf. Ihre Druckrandeinstellungen. Für den Foliendruck hat es sich als nützlich erwiesen, den Drucker nicht auf Foliendruck sondern auf Clossy Paper Druck und auf höchstmögliche Auslösung zu stellen. Nach dem Druck sollten mit schwarzer Farbe ggf. alle schwarzen Flächen mittels Pinsel nachgearbeitet werden, falls der Schwarzdruck nicht 100% Lichtundurchlässig ist. Ob dies bei Ihnen der Fall ist, prüfen Sie bitte, indem Sie die gedruckte Folie gegen eine starke Lichtquelle halten. Bei mir zeigte der Druck noch ein rötliches Durchscheinen der Lichtquelle.
Also, damit keine Missverständnisse aufkommen, ich habe die unter den oben genannten URL´s dargestellten Filter nur so zusammengefasst und auf "mein" benötigtes Filtermaß vergrößert! Das Lob für diese Mühen und die Arbeit gebührt mithin dem Autor Wim van Egmond aus den Niederlanden. (Herr Wim Egmond teilte mir in einer Mail mit, dass er nicht zwanghaft der Urheber aller Filterbeispiele ist, sondern sich auf Literaturbeispiele - ihm teils unbekannter Autoren - bezog und diese nur verfeinert, angepasst oder auch verändert hat.)
Der Vorteil des Ausdruckes auf einem Tintenstrahldrucker liegt auf der Hand, kann man doch sehr einfach mit den Farben "spielen" und sich selbst immer neue Farbkombinationen ausdenken. Einzig, die Farbe "Schwarz" wird nicht ganz Lichtundurchlässig gedruckt, hier muss mit einem Pinsel und etwas Druckerfarbe "nachgebessert" werden. Aber im Vergleich mit der mühseligen Fummelei mit Zirkel, Schere und Papier nimmt sich die Farbverstärkung eher wie ein Kinderspiel aus. Ich habe zum Druck die InkJet-Folie (klar) von Zweckform, Nr. 2503 (Größe DIN A 4) mit gutem Resultat benutzt. Folie anderer Hersteller tut sicher den selben Dienst. Wichtig nur, dass sie auf der Druckseite derart beschichtet ist, dass sie die Farbe annimmt und festhält und nicht zu einem undefinierbaren Etwas zusammenfließen lässt! Ausgeschnitten passen diese Filter in den Filterhalter, und durch die Stabilität der Folie sogar ohne Glasplättchen. Jedes Objekt lässt sich nun bequem im Licht der verschiedenen Filter betrachten. Die Resultate sind oft verblüffend. Und, sollten die Filter einmal kaputt gehen oder verschmutzen und verkratzen, kein Problem, man druckt kurzer Hand einfach neue!
Für Bastler habe ich ebenfalls noch eine weitere Seite, auf welcher ich den Umbau meines Laboval 2 zum einen mit einer Halogenbeleuchtung darstelle, zum anderen, den nächsten Schritt des Ausbaues mit einer "weißen LED (mit 11000 mcd)" beschreibe, die sie über mich direkt beziehen können. Alles weitere und die Bezugsadresse finden Sie unter "UMBAU". Ich wünsche gutes Gelingen beim Umbau.
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