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Die Experimente |
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Auf dieser Seite werden in loser Folge Experimente rund um die Mikroskopie vorgestellt. Was ist darunter zu verstehen? Nun, ein Mikroskop benötigt "Futter", damit es etwas "zeigen" kann. Angeregt durch mehrere Fragen im Mikroskopie-Forum (Siehe Linkliste) eines jungen Mikroskopieanfängers habe ich mir auch darüber Gedanken gemacht, hier einmal einige Möglichkeiten zur "Futterbeschaffung", Haltung usw. aufzuzeigen. Gerade in der Winterzeit tut sich nicht mehr viel in Seen und Teichen, so dass andere Quellen (vor allem an wärmeren Orten) erschlossen werden sollten. Die Experimente sollen zunächst Anfängertauglich, sehr einfach und für Jedermann ohne großen Kostenaufwand realisiert werden können. Der Versuch, mit "schlagkräftigen Titeln" die Neugierde zu wecken, diese Experimente selbst zu wiederholen ist Hauptzweck dieser Vorstellungen. 1.) "Neues Leben" wecken! Das erste Experiment ist eigentlich schon alt und somit lang bekannt, lässt dennoch nichts an immer wiederkehrender Faszination vermissen. Im Gegenteil, ähnlich der allbekannten Wundertüte, die uns schon als Kinder immer wieder aufs neue fesselte, birgt sie, mit Liebe und Ausdauer durchgeführt, täglich neue Erkenntnisse und "Aha" - Effekte. Das man "neues Leben" mittels Heuaufguss wecken kann, dürfte allgemein bekannt sein und wird an anderer Stelle auf diesen Seiten bereits ausreichend beschrieben. Etwas ähnliches, aber weniger oft durchgeführt, bietet die Möglichkeit, ausgetrocknete "Schmutzreste", welche sich in alten, nicht abgedeckten Gläsern und Flaschen durch Verdunstung als fester Bodensatz ansammelt, wieder neu zu beleben. Dazu wird einfach etwas normales Leitungswasser welches gerade einige mm über den Bodensatz reichen sollte, in diese "vergessenen" Gefäße gefüllt und leicht abgedeckt, indem man den Deckel des Gefäßes (Glas / Flasche) schräg aufsetzt, so dass der Gasaustausch gewährleistet bleibt, die Verdunstung jedoch gemindert wird. Nach einem Tag sollte man den nun hoffentlich im Wasser gelösten Bodensatz durch leichtes Schwenken gut im Wasser verteilen. Festere Reststücke des Bodensatzes kann man mit einem geeigneten Stöckchen vorsichtig zerkleinern. Jetzt sollte man etwas Geduld aufbringen und diesen Ansatz einige Tage in Ruhe stehen lassen. Bereits verdunstetes Wasser sollte zwischenzeitlich vorsichtig nachgefüllt werden. Mittels mikroskopischen Zwischenuntersuchungen können sich Ungeduldige oder Neugierige schon einmal vom Fortgang der "Lebenswiedererweckung" überzeugen. Schnell stellt man fest, es wird täglich mehr. Für die ersten Durchmusterungen hat sich das "Dunkelfeld" (siehe Link "Beleuchtung") bestens bewährt, denn größere Lebensformen tauchen meist erst später auf. Durch das Dunkelfeld wird sichergestellt, dass uns kein "neues Leben" durchgeht. Jede noch so kleine Bewegung wird schnell von uns so wahrgenommen und kaum übersehen. Empfehlenswert ist in diesem Falle nicht etwa den vorhandenen Dunkelfeldkondensor einzusetzen, sondern hier bietet sich die Ringblende (Siehe Link: Beleuchtung / Dunkelfeld) als Alternative an. So ist es möglich, schnell zwischen Dunkel- und Hellfeldbetrachtung zu wechseln, falls ein interessantes Objekt im Hellfeld näher betrachtet werden soll. Ein ähnlich gelagertes Experiment habe ich gerade zum ersten Mal mikroskopiert. Hier war der "Schmutzrest" aber ein von mir provoziertes Verdunstungsobjekt aus einer Teichprobe vom Sommer des vergangenen Jahres. Dazu hatte ich zunächst aus dem Teich eine Probe mit dem Planktonnetz gezogen und sofort mikroskopiert. Die darin vorgefundenen Individuen - sofern ich sie eindeutig identifizieren konnte - wurden in Anzahl und Größe in einer Excel-Tabelle dokumentiert. Danach wurde das Probenglas in einer staubarmen Umgebung offen gelagert und vollkommen austrocknen lassen. Dieser Bodenrest war nun so fest und trocken, dass ich ihn problemlos mit einem kurzen kräftigen Schlag auf den Glasboden komplett am Stück loslösen konnte. Er roch nach gar nichts mehr, sah dunkelgrün bis schwärzlich aus und fühlte sich "Strohig" an. Ich gab ihn nun in einen Erlenmeierkolben und gab 50 ml Leitungswasser dazu. Zunächst schwamm er oben auf und war erst am folgenden Tag zum Grund abgesunken. Durch heftiges Schwenken des Kolbens löste er sich mit der Zeit vollständig in seine Bestandteile auf. Nun hieß es warten. In absoluter Dunkelheit ließ ich das Ganze nun 7 Tage stehen. Eine kurze mikroskopische Überprüfung zeigte schon reichlich Bewegung. Bakterien und kleine Wimperntierchen bevölkerten bereits diese neue Lebensumgebung. Für eine ausgiebige Betrachtung war es aber noch viel zu früh. Jedoch schüttete ich ca. die Hälfte der Flüssigkeit nach kräftigem Durchschütteln in einen zweiten Kolben, welchen ich nun aus dem Keller an das Nordfenster im Arbeitszimmer meiner Frau auf die Fensterbank platzierte. Meine Frau ist von dererlei Gesellschaft zwar nicht angetan, akzeptiert aber meinen Einwand, das dass Nordfenster die einzige Möglich keit bietet, die Proben zwar hell aufzu- stellen aber nicht direktem Sonnenlicht auszusetzen. Meine Frage bei den zwei Proben: "Wie wirkt sich der Unterschied zwischen absoluter Dunkelheit und normalem Tageslicht auf die weitere Entwicklung aus?" Bis ich darauf eine Antwort weiß, soll erst mal geklärt werden, woher denn dieses Leben aus trockener Probe und reinem sauberen Leitungswasser kommen soll? Die Antwort ist einfach und verblüffend zugleich! Einige dieser Lebewesen kapseln sich bei einsetzender Trockenheit ein und erwachen in neuer lebensgerechter Umgebung wieder aus dieser Starre, überleben so die widrigsten Umweltbedingungen.
... wird fortgesetzt! |
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