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Micro Life!

Wer häufig längere Sitzungen am Mikroskop mit lebendem Material aus Teich, Fluss oder Bach verbringt, kennt das Problem der Austrocknung all zu gut. Der winzige Wasserfilm zwischen Objektträger und Deckglas verdunstet nach wenigen Minuten und engt zunächst den Lebensraum der Protozonen stark ein bzw. tötet sie dann, wenn kein Frischwasser an den Ecken des Deckglases rechtzeitig aufpippettiert wird.

Gerade, wenn man das "Leben im Wassertropfen" auch noch auf Foto- oder Video festhalten möchte, verrinnen die Minuten oft wie im Flug, denn über die richtige Einstellung des Aufnahmegerätes vergisst man oft Zeit und Raum.

Ich bin nun auf eine interessante Lösung dieses Problems gestoßen, dass ich Ihnen als notwendiges Hilfsmittel gern vorstellen möchte.

"Micro Life" Abbildung

"Micro Life" eine einfache aber grandiose Idee!

Ein normaler Objektträger wurde mit einem - in der Dicke eines Deck-glases - Glaskanal versehen, welcher in zwei Gläschen mit Schraub-deckelchen endet. Füllt man nun in eines der Gläschen etwas Wasser versehen mit dem gewünschten Untersu-chungsmaterial - hier Detrius aus einem meiner

Teiche - und hat vorher das gegenüberliegende Gläschen mit dem dazugehörigen Deckel versehen, verteilt sich nun das Wasser nach Schräghalten - verschlossene Seite dabei nach unten haltend - langsam in das verschlossene Gefäß, wobei es einiges vom Untersuchungsmaterial mitreißt. Nachdem nun die entsprechende Menge des Materials sich im Glaskanal verteilt hat - siehe Bild - verschließt man auch das andere Glasgefäß mit dem Deckel. Sofort hört der Wasserfluss auf. Nun kann man diesen Spezialobjektträger wie jeden anderen Objektträger auch, auf den Objekttisch des Mikroskops auflegen und wie gewohnt mikroskopieren, ohne sich Gedanken über eine mögliche Verdunstung machen zu müssen. Weiterer Vorteil: Da man ja kein Deckglas auflegen muss, läuft man auch nicht Gefahr die winzigen Organismen zu zerquetschen. Darüber hinaus ergeben sich noch andere Vorteile. So kann man das Verhalten der Organismen bei veränderten "Umweltbedingungen" studieren, in dem man vorsichtig verschiedene Chemikalien oder andere Umweltgifte - natürlich in ganz geringen Dosen - in eines der Gläschen links oder rechts eintropft. Am wichtigsten aber scheint mir die lange Beobachtungszeit die "Micro Life" ermöglicht. Ich habe bisher eine Probe über 24 Stunden in "Micro Life" belassen und war erstaunt, was da noch so alles lebhaft umher schwamm. Nach Beendigung der Beobachtungen allerdings sollte man "Micro Life" nicht nur entleeren, sondern unbedingt auch mit einer zu kaufenden Spezial-Reinigungslösung (auf Chlorbasis) reinigen und desinfizieren. Dies ist unbedingt nötig, da die Organismen doch irgendwann absterben und sich mineralisieren. Dies bildet auf Glas eine feste Verbindung, wie Sie sicher schon einmal festgestellt haben, wenn Sie einen herkömmlichen Objektträger mit Wasserproben einmal zu reinigen vergessen haben sollten. Es ist erklärlich, dass solche Ablagerungen in "Micro Life" zu Verstopfungen, vornehmlich in dem dünnen Kanal, führen würden.

Aber wo Licht ist, ist bekanntlich auch Schatten. Hier in der Form, dass man entgegen dem Handling bei normalen Objektträgern, nicht mal eben das Objektiv wechseln kann. Nein, man muss für jeden Objektivwechsel "Micro Life" aus dem Objektivdrehbereich raus fahren, das neue Objektiv einschwenken und nun versuchen die vorher beobachtete Stelle im Präparat wieder zu finden. Hier bekommen die hoffentlich am Kreuztisch vorhandenen Nonius-Skalen plötzlich einen unschätzbaren Wertzuwachs. Schön, wenn man sich die Einstellung der beiden Skalen vor dem Objektivwechsel aufgeschrieben oder gemerkt hat, um diese Stelle schnell wieder anfahren zu können. Ein weiterer Nachteil: Man vergisst - meist die ersten Stunden - dass man keinen normalen Objektträger aufgelegt hat. Man stößt hin und wieder mit dem Objektiv an eines der Glasgefäße, was meistens "Micro Life" aus der Kreuztischklammer hebelt. Aber man gewöhnt sich schnell daran.

Ich bin froh, mir "Micro Life" angeschafft zu haben. Mein "Micro Life" sowie die dazugehörige Reinigungslösung habe ich bei der Fa. Dr. Hans-Jürgen Thorns "Biologie-Bedarfs-Handel" unter http://www.biologie-bedarf.de bestellt. Kostenpunkt zur Zeit: 27,50 € für den "Micro Life" Durchflussobjektträger und 14,50 € für die Reinigungslösung (100 ml Flasche). Eine, wie ich finde, lohnende Investition.

Hier folgt in Kürze...

...die notwendigen Hilfsmittel zur Objektgrößenmessung im Mikroskop. Ich bitte um etwas Geduld.

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