DieTechnik des Mikroskops Das Mikroskop

Die Arbeit mit dem Mikroskop

Die Experimente Nützliche Hilfsmittel
Pflege des Mikroskops

"Wer sein Auto liebt, der schiebt!" Zugegeben, ein gehässiger, aber aus der Schadenfreude geborener Spruch, welcher aber nicht viel mehr andeuten soll, als das der Besitzer sein Fahrzeug wohl nicht zur Genüge gepflegt oder in die Wartung gegeben hat. "Das hat er nun davon!" Sagt der Spruch weiterhin aus.

Das Mikroskop, als ebenfalls technisches Gerät bedarf somit auch unserer Fürsorge. Nur, dass diese Fürsorge und Wartung viel feinfühliger durchgeführt werden muss. Hier bedarf es keines groben Werkzeugs, es gibt auch keine Öl verschmierten Finger und der "Blaumann" bleibt auch am Haken hängen.

Wenn man stetig und achtsam die kleinsten Veränderungen z.B. an den verschiedenen Trieben registriert (z.B. zunehmende Schwergängigkeit), Schmutz und Staub fernhält, reduziert sich die Pflege meist nur auf die optischen Teile. Man muss also nichts auseinander nehmen.

Aber genau diese Pflege der optischen Teile verlangt nicht nur ein feinfühliges und überlegtes Handeln sondern auch, das die Pflegemittel wie Tücher, Pinsel usw. Fett - und vor allem Staubfrei sind.

Hie wird nämlich nicht die Brille geputzt, deren Sauberkeit mit einem kurzen Blick in eine Lichtquelle überprüft wird, nein, hier wird Optik gereinigt, auf welcher schon kleinste Staub- und Textilpartikel störend das Mikroskopbild beeinträchtigen oder sogar irritierend verändern können.

Schmutz im auf den optischen Systemen

Nebenstehendes Bild verdeutlicht die obige Feststellung! Wie Sie erkennen können, beinhaltet dieses Bild anscheinend irgendwelche mikroskopischen Objekte, könnte man denken. Aber weit gefehlt, es liegt gar kein Objektträger auf dem Tisch, also muss es sich um Objekte handeln, welche irgendwie den Strahlengang des Lichtes manipulieren.

Des Rätsels Lösung:
Die dunklen Schatten unter 1 (grüne Linien) zeigen eine nicht behebbare Beschädigung auf dem Farbfilter des CCD-Kamerachips (Herstellerfehler) und werden ständig im Bild bleiben. Die unter 2 (rote Linien) gezeigten Schatten sind Schmutzpartikel auf der Kameralinse und müssen entfernt werden!      Wie sehr diese Objekte nicht nur stören, sondern auch narren

können, zeigt sich daran, dass ich die unter 1 gezeigten Objekte sehr lange für Schmutz auf einer der Mikroskopoptiken hielt. Nur, alles Putzen und erneutes Suchen half nichts! Natürlich habe ich auch an den CCD-Chip gedacht, aber selbst mit einer Lupe war nichts erkennbar. Erst der Ausbau des ganzen CCD-Moduls aus der Kamera mit anschließender mikroskopischer Betrachtung im Auflicht zeigte einige winzige Löscher auf der Oberfläche des Glasfarbfilters, welcher dem CCD-Chip vorgeschaltet ist. Dass dieser Mangel nicht nur sehr ärgerlich ist, sondern mich auch fast zur Verzweiflung getrieben hat, kann man sich leicht vorstellen, wenn man die Suche nachvollzieht. Auch die Mikrofibel (siehe Linkliste) widmet dem Thema Mikroskoppflege ein ganzes Kapitel und hat viele nützliche Tipps bereit. Aber gegenteilig dazu habe ich noch kein Tuch gefunden - ich habe eine Menge Tücher getestet - auch kein Mikrofaser Tuch, welches nicht fusselt! (Ich habe sogar richtig Geld für ein Spezialtuch - ist so weich und geschmeidig wie Seide - beim Optiker ausgegeben! Es steht sogar extra drauf, dass es nicht fusselt! Aber, das Tuch kann ja nicht lesen und weiß davon also nichts!) Und genau diese Fussel können in den Wahnsinn treiben! Wie gesagt, man putzt eben keine Brille - hier stören die winzigen Fussel nicht - sondern eine Optik, die mikroskopisch kleine Objekte vergrößert darstellen soll und genau diese Optik macht das auch, und zwar sehr perfekt! Also auch kleine Fussel und kleine Staubteilchen, wie das obige Bild eindrucksvoll beweist!

Stellt man sich nun noch ein Objekt auf einem Objektträger zur Betrachtung vor, lässt sich leicht ausmahlen, was man "alles" sieht! Objekt oder Schmutz? Mit Sicherheit beides! Hiermit bekommt der Begriff Pflege des Mikroskops und seiner optischen Systeme eine ganz besondere Bedeutung und lässt sich leider nicht mal so nebenbei betreiben!

Wie aber soll man sein Mikroskop und die Optik denn nun pflegen, worauf muss man besonders achten!

Dass der immer umherfliegende Staub der größte Feind unseres Mikroskops - hier besonders der Triebe und Optiken - ist, leuchtet sicherlich ein. Verhindern kann man ihn nicht, aber eindämmen! Ein sauberer Arbeitsplatz ist ebenfalls eine Grundvoraussetzung und das Rauchen sollte ganz unterlassen werden, oder auf das unbedingt notwendige Maß reduziert werden bzw. an einen anderen Aufenthaltsort verlegt werden. ( "Echte" Raucher wissen, wovon ich spreche! Alle Anderen sollten eh damit aufhören! ) Der Nikotin Belag ist ein hartnäckiger Gegner, welchem eigentlich nur mit grobem Keil - starken Reinigungsmitteln - zu begegnen ist, diese aber sind bei einem Mikroskop grundsätzlich tabu.

Eine passende Plastikplanenabdeckung (Haube) welche das ganze Mikroskop überstülpt, schützt das Mikroskop während der Arbeitspausen. Bei längeren Pausen sollte man es in den hoffentlich vorhandenen Mikroskopschrank einschließen.

Also los!

Das Stativ des Mikroskops wird bei Bedarf, zumindest einmal im halben Jahr mit einem feuchten Lappen, auf welchen ein kleiner Tropfen Spülmittel aufgetropft und verteilt wurde, vorsichtig abgewischt und mit einem trockenen, fusselfreien Leinentuch oder Papiertuch wieder getrocknet. Vorsicht an den Trieben, diese sind mit einem speziellen Fett geschmiert und vertragen keine Feuchtigkeit. Das Fett emulgiert sonst mit dem Wasser, welches aus dem Tuch beim Wischvorgang austritt. Die Schmierkraft lässt nach, das Fett härtet aus, bröckelt und "verliert" sich mit der Zeit! Also, lieber großzügig drum herum wischen.

Die Optik? Nun, das sehen Sie nach kurzer Zeit selbst! Flaue Bilder, störende Flecke im Bild ( siehe obige Aufnahme ) fordern Sie förmlich auf, Hand anzulegen. Aber wie?

Hier wird es auch für mich heikel, Ihnen da kluge und vor allem sichere Anwendungsratschläge zu geben. Ich habe viel darüber gelesen und auch selbst ausprobiert! Alles mit mehr oder weniger mäßigem Erfolg. Eines aber kann ich mit Gewissheit sagen, Sie brauchen Geduld und Fingerspitzengefühl, auch das letzte Staubkorn oder den letzten Fussel sicher zu entfernen! Ich kann Ihnen daher nur schildern wie ich es nach langen Versuchen und vielen Fehlschlägen - es war meist immer noch etwas auf irgendeiner Linse - einigermaßen verlässlich handhabe.

Denn:

Wenn man etwas im Bild sieht, was da eigentlich nicht sein sollte, so stellt sich schnell die Frage, wo sitzt dieser Störenfried? Warum es so schwierig ist, diesen sicher zu lokalisieren, geht aus der Funktion des Mikroskops und seiner optischen Elemente hervor. Wir hatten ja auf den vorhergehenden Seiten >> Mikroskop und Mikroskoptechnik<< erfahren, dass die beteiligten Linsensysteme etwas projizieren, nämlich das Licht der Beleuchtung und das Bild des Objektes. Aber auch ein Staubkorn, ein Fussel ist ein abbildbares Objekt im Strahlengang des Mikroskops. Ob dieses "Objekt" nun auf der Kollektorlinse, dem Kondensor oder sonst wo im Linsensystem sitzt, spielt zunächst keine große Rolle, wir nehmen es mit unserem eigentlichen Untersuchungsobjekt auf jeden Fall war. Hier eben als störendes oder gar irritierendes Beiwerk. Dieses muss weg!

Klaus Henkel hat dazu in einem eigenen Absatz ( 4.2.2.3 ) seiner Mikrofibel - siehe Linkliste - wertvolle Hilfestellung zur Identifikation von Fremdkörpern im Strahlengang bereits gegeben, sodass ich es hier vermeide dies nochmals zu wiederholen. Im Absatz darunter ( 4.2.3 ) geht er ebenfalls sehr gründlich auf die Linsenreinigung ein und selbstverständlich habe ich mich zunächst auch stur an diese Hilfestellungen und Anweisungen gehalten. Aber, auch Klaus Henkel tut sich in seinen Empfehlungen sehr schwer und dies aus gutem Grund, wie ich selbst immer wieder feststellen darf.

Abgesehen von den unterschiedlichsten Pflegeanweisungen der Hersteller mit unterschiedlichsten Mitteln, die teils so widersprüchlich sind, empfiehlt Klaus Henkel hochgereinigtes Wundbenzin mit einem Siedepunkt von 40 - 60° C. Sowie chemisch reine Augenwatte! Schön und gut, aber meine Apotheke hatte zum einen keine Augenwatte ( Kommentar: "Hat hier noch nie jemand verlangt!" ) und zum anderen kannte man den Siedepunkt des bevorrateten Wundbenzins nicht! Un nu? Also nahm ich im Gottvertrauen das vorhandene Wundbenzin zunächst in einer kleineren Portion mit und in der Hoffnung: " Es wird schon gut gehen! ".

Na gut, es ging gut, meine Objektivlinsen sitzen immer noch fest im Kitt. Aber etwas anderes machte mir Kopfzerbrechen. Beim Tubuswechsel war anscheinend ein Staubkörnchen auf die Hinterlinse meines 40er Objektivs gefallen und störte das Bild ungemein. Wie hartnäckig sich solch ein Winzling verhalten kann, sollte sich noch zeigen. Zunächst versuchte ich diesen Fremdkörper mit einem feinen und in Äther gereinigten und entfetteten Pinsel bei auf dem Kopf stehenden Objektiv zu entfernen. Zur besseren Kontrolle benutze ich meinen Computermonitor, auf welchen ich eine weiße Schreibfläche eines Office-Programms aufrufe. Schaue ich nun gegen die weiß erleuchtete Fläche von hinten mit einer Lupe ins Objektiv, entgeht mir keine Verunreinigung. Der Pinsel hatte anscheinend das Staubkorn in keiner Weise von der Linse entfernen können. Es haftete wahrscheinlich durch statische Aufladung festgehalten, hartnäckig am Linsenglas. Mir kam nun eine Idee. Als Elektroniker habe ich immer eine Dose Druckluft - gibt es in jedem gut sortierten Elektronik Laden vom Hersteller >Kontakt Chemie<, ist aber nicht gerade billig (7 - 8 € / Flasche) - in meiner Werkstatt. Damit sollte das Staubkorn nun ausgeblasen werden. Um genügend Druck zu erzeugen, muss man die Dose vorher einmal kräftig schütteln. Danach aber nicht sofort auf die Linse oder ins Objektiv sprühen, sondern vielmehr einen kurzen Stoß einfach in den Raum. Grund, anfänglich kommt immer etwas von dem flüssigen Treibgas mit heraus, dieses auf der Linse ergibt nach der schnellen Verdunstung dennoch schwache Flecken, welche nun ihrerseits das Bild stören würden. Danach ist die Luft sauber und der Druck stark genug. Das Staubkorn ließ sich damit problemlos ausblasen. Herr Henkel benutzt dazu einen Klistrierball. Über dessen Tauglichkeit und erzeugten Luftdruck kann ich keine Aussagen treffen.

Ein weiteres Problem bilden die Halteringe der Okulare ( Untere Okularseite  ) mit welchen die Feldlinse im Okular festgeschraubt wird. Diese Ringe haben zu Demontagezwecken zwei gegenüberliegende Nuten eingesägt, an welchen  meist Fasern des Putztuches hängen bleiben und ausreisen. Diese wieder mit einer Nadel oder spitzen Pinzette zu entfernen ist auch oft ein Geduldsspiel, da die dünnen Fasern oft noch zwischen die beiden Gewinde von Okularrohr und Haltering eingeklemmt wurden. Muss man nun die Feldlinse entfernen, muss man zwangsweise zunächst den Haltering rausdrehen. Aber, dieser ist meist fest eingeschraubt und lässt sich ohne Spezialwerkzeug kaum lösen.

Alle Fachleute, Mechaniker und andere Spezialisten überlesen bitte folgenden Kniff! Der gute und teure Präzisionsmessschieber bleibt fein in seiner Tasche. Vielmehr besorge man sich im Baumarkt bitte einen preiswerten kleinen Messschieber mit Innenmessschneiden.

Diese sind an der gegenüberliegenden Seite der normalen Außenmessschneiden angebracht und ermöglichen es, den Innendurchmesser eines Werkstückes oder eines Rohrdurchmessers zu ermitteln. Mit dem Okular in der einen Hand und dem Messschieber in der anderen, zieht man die beiden Schneiden nun so weit auseinander, dass sie in die jeweiligen Nute des Halterings passen. Jetzt wird vorsichtig und ohne jede Kraftanwendung der Ring langsam losgeschraubt. Vorsicht, immer nur halbe Drehungen machen und den Messschieber neu ansetzen, da er sonst mit einem der Messschneiden aus der Nut springen kann und möglicherweise das Linsenglas verkratzt. Ein zwei ganze Umdrehungen reichen schon um den Ring sicher zu lösen. Jetzt wird mit einem Uhrmacher-
Messschieber

schraubendreher - das Klingenblatt des Schraubendrehers sollte möglichst die Nutstärke haben - der Ring weiterhin vorsichtig ganz rausgedreht. Jetzt kann die Linse entnommen und einer gründlichen Reinigung unterzogen werden. Achten Sie bitte genau darauf wie die Linse eingebaut war, genau so muss sie auch wieder eingesetzt werden. Nachdem die Linse gesäubert und wieder eingelegt wurde, muss der Haltering wieder eingesetzt werden. Achtung, dies ist nicht unbedingt einfach, da der Ring ein ziemlich feines Gewinde besitzt, endet jede Schieflage mit einem Eindrehversuch unweigerlich in einer Gewindezerstörung. Hier hilft folgender Kniff eigentlich recht zuverlässig!

Legen Sie den Ring zunächst plan und ohne jeden Druck in das Okulargehäuse. Überzeugen Sie sich von der korrekten Lage, indem Sie quer über das Okular sehen, jede Ringschieflage fällt Ihnen dadurch schnell auf. Nun legen Sie den Daumen Ihrer Arbeitshand vorsichtig auf den Ring. Mit der anderen Hand halten sie jetzt den Okularkorpus fest und drehen mit sanftem Druck, Ihren Daumen bis das Ringgewinde gefasst hat. Mit dem Fingernagel oder dem Uhrenschraubendreher drehen Sie den Ring nun langsam tiefer in das Okularrohr. Kurz vor dem Anschlag nehmen Sie nun wieder den Messschieber zu Hilfe und drehen den Ring sanft fest. Ich mache dies immer so und habe damit noch nie ein Problem gehabt, wichtig dabei ist, immer ohne jegliche Kraft oder Gewalt und in Ruhe diese Arbeit auszuführen.

Objektive werden aber niemals selbst auseinander genommen!!! Dies muss dem Fachmann oder dem Hersteller überlassen werden. Sie würden Ihre Objektive mit Sicherheit zerstören. Hier kann und darf sich die Reinigung der Linsen immer nur auf den zusammengebauten Originalzustand beziehen.

Gute Erfahrungen:

Auf der Suche nach einem "ultimativen" Putzmittel zur Linsenreinigung habe ich vieles ausprobiert. Bisher jedoch noch keines gefunden, soviel sei vorweg gesagt.

Doch mit dem, für den Haushalt erhältlichen, "Cristal SIDOLIN streifenfrei" für Glas und Flächen, habe ich bisher gute Erfahrungen gemacht. Gibts in jedem Supermarkt in der Abteilung "Haushaltsreiniger" in einer Plastikspritzflache.

Wie gehe ich persönlich bei der Reinigung mit diesem Mittel nun vor?

Zunächst einmal habe ich mir in einem Schreibwarenladen einen guten Satz Malpinsel gekauft. Weiche Aquarell Pinsel und harte Pinsel für kalligrafischen Gebrauch.

Beide Pinsel müssen zunächst in einer Mischung als Ethanol 96% und Äther (Mischungsverhältnis: 50:50) gründlich entfettet werden. Danach Staubgeschützt austrocknen lassen. Verständlich wird sicher auch sein, dass die Pinsel bei Nichtgebrauch staubgeschützt gelagert werden müssen. Ich habe dazu die Pinselhalter auf die Länge eines Reagenzröhrchens gekürzt und hebe immer zwei dieser Pinsel darin auf. Das Röhrchen wird mit einem dichtschließenden Gummistopfen verschlossen. So aufbewahrt sind die Pinsel schnell einsatzbereit, wenn sie benötigt werden.

Die Linsenreinigung:

Auf den weicheren der beiden Pinsel gebe ich einen kleinen Spitzer des oben benannten Reinigers. Nun setze ich die Pinselspitze vorsichtig auf die Linse und drehe den Pinsel mehrmals mit den Fingern um die eigene Achse. Einen Augenblick sollte man nun warten, bis eventuell festsitzender Schmutz angelöst wurde. Jetzt wiederhole ich die Prozedur nochmals um den Schmutz zu entfernen. Der Reiniger trocknet nun relativ schnell und rückstandsfrei ab.

Mit einer Lupe kontrolliere ich die gereinigte Linse gegen das Licht auf eventuell verbliebene Staubteilchen oder Fussel. Finde ich diese, so kommt nun der härtete der beiden Pinsel zum Einsatz. Die Linse wird mit der zu reinigenden Fläche auf den Kopf gedreht und mit dem harten Pinsel unter vorsichtigen Drehbewegungen vom Reststaub befreit. Eine neuerliche Lupenkontrolle sollte unbedingt erfolgen.

Beide Pinsel werden anschließend in dem Ethanol / Äthergemisch wieder gereinigt und entfettet.

Der Reiniger greift auch vergütete Optiken - nach meinen bisherigen Erfahrungen - nicht an. So putze ich schon und seit geraumer Zeit meine vergütete Brille problemlos mit diesem Reiniger bei gutem Erfolg des Reinigungsvorganges ohne sicht- oder merkbare Verschlechterung der Vergütung.

Allerdings, und dies sei hier ausdrücklich erwähnt, eine Garantie übernehme ich zu keiner Zeit, denn Linsen sind herstellerabhängig mehr oder weniger empfindlich. Eine Reinigung nach oben benannter Methode ist somit nur auf eigene Gefahr zu wagen.

Die besten Erfolge habe ich bisher jedoch mit folgender von mir entwickelten Methode erzielt:

Denn leider, meine Erfahrungen ließen mich oft verzweifeln, meist waren immer noch Staubfussel oder Körnchen, welche sich hartnäckig auf dem Glas hielten, trotz aller Tricks und Tipps der Mikrofibel oder obiger Vorschläge, auf den Linsen vorhanden.

Also überlegte ich verzweifelt, ob es nicht eine einfachere und bessere Methode gibt, die mit Sicherheit zum Ziel führt.

Doch der Reihe nach:

Selbst ein Mikrofasertuch fusselt! Diese Erkenntnis musste ich trotz teuren Geldes eines wirklich feinen Tuches aus einem Optikerladen, welches ich mir extra gekauft hatte, machen.

Und mal eben mit dem Mund über die gereinigten Linsen blasen, funktioniert auch nur in einem von 100 Anstrengungen. Denn meist befinden sich nach dieser Busteaktion feine Speicheltröpfchen auf den ach so sauberen Linsen und trüben das Bild nachhaltig.

Na, wenn ich schon nicht "trocken" blasen kann, eventuell funktioniert es ja mit einer Dose Druckluft - in jedem gut sortierten Elektronikladen für einige Euro zu erstehen -. Nein, hier befanden sich zwar keine Speicheltröpfchen auf den Linsen, aber dafür Überreste des Treibmittels. (Von wegen Druckluft!)

Nun, für ganz andere Arbeiten hatte ich mir mal einen Druckluftkompressor gekauft. Also auch hiermit waren zwar die Fussel beseitigt, dafür befanden sich aber Wassertröpfchen auf den Linsen. Man glaubt gar nicht, wie viel Wasser der Kompressor bei der Erzeugung der Druckluft aus der Raumluft einsaugt. Vor allem aber, es ist "Rostbraun" eingefärbt. - Man soll halt den Kompressor in regelmäßigen Abständen "entwässern", da er sonst durchrostet. -

Hmm, irgendwie klappte alles nicht so, wie ich mir das gedacht hatte.

Doch halt, wir haben ja unser Mikrofasertuch, am besten ein größeres, welches wir mindestens einmal falten können.

Dieses Tuch befestigen wir nun sehr locker vor den Auslass der Druckluftpistole oder der Druckluftflasche. So, dass eine Art Blase (besser Ballon) entstehen kann, wenn die Luft austritt.

Mit diesem "Ballon" aus Mikrofasertuch, der sich bei entsprechendem Druck aufbläht, wischen wir nun - ohne im Luftdruck nachzulassen - vorsichtig über die zuvor gereinigten Linsen. Von innen nach außen drehend.

Voilá, die Linsen sind nach kurzer Zeit von allen anhaftenden Fusseln und etwaigen Staubkörnchen befreit und vor allen Dingen trocken, da das Tuch die etwaig austretenden Wassertröpfchen oder die des Treibmittels zurückgehalten hat. Die reine Luft jedoch die durch das Tuch bläst, blies auch diese Ablagerungen fort. (Allerdings sollte man es mit dem Kompressor vermeiden, unbedingt mit 8 Bar zu arbeiten. Ggf. entleert man den Kompressor auf ca. 2-4 Bar. Vor allen Dingen dann sollte man dies tun, wenn man kleine und defiziele Linsengruppen reinigt. Nicht nur, dass der starke Luftdruck sonst die Linse aus den Händen reißt, nein, er könnte die Linsen oder deren Halterungen auch beschädigen.) Also VORSICHT! Immer angemessen arbeiten!

Mit etwas Übung und Fingerspitzengefühl reinigt man so auch die kompliziertesten Linsengebilde.

Viel Spaß beim Ausprobieren.

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