DieTechnik des Mikroskops Die Pflege des Mikroskops

Die Arbeit mit dem Mikroskop

Die Experimente Nützliche Hilfsmittel

 

Das Mikroskop
An Hand meines eigenen Mikroskops - LABOVAL 2 / Carl Zeiss JENA (DDR) - möchte ich die äußerlich sichtbaren Mikroskop-Komponenten aufzeigen.

Die Komponenten:

1. Das / die Okular/e
Die oder das Okular (bei einem Monotubus) projizieren das Mikroskopzwischenbild auf die Netzhaut des Auges bzw. der Augen. Es ist somit die Schnittstelle Mikroskop / Mensch.

2. Der Tubus
Hier der Binokulartubus (in Knicktechnik) enthält spezielle Prismen, die das Bild des Objektivs teilen und als Zwischenbild den beiden Okularen zur Verfügung stellen.

3. Die Ringschwalbe
Ermöglicht einen schnellen Tubuswechsel (z.B. um einen Fototubus aufzunehmen) und erlaubt zudem, den Tubus um 3600 zu drehen um einen bequemen Einblick zu ermöglichen.

4. Das Stativ
Ist der Träger aller Komponenten. Die Hauptbestandteile: Arm und Fuß.

5. Der Objektiv-Revolver und die Objektive
Hat speziell genormte Bohrungen* mit Innengewinde zur Aufnahme der 5a. Objektive. Er erlaubt somit das "Einschwenken" der gewünschten Objektive.

6. Der Objekttisch mit "Kreuztisch"
Der Objekttisch besteht in der Regel aus einer viereckigen Platte welche mittig ein Loch oder einen Schlitz hat durch welchen das Licht der Beleuchtung scheinen kann um das Objekt zu durchleuchten, der Objektträger wird mittels Kreuztischtrieb dabei genau geführt.

6a. Der Kreuztisch - oder Objektführer - ist mit einer ebensolchen hochpräzisen Mechanik ausgestattet wie der Tischhub und erlaubt es mittels des 6b. Kreuztischtriebes, die Objekte auch bei großen Vergrößerungen Mikrometergenau unter dem Objektiv zu führen. Die beiden Triebknöpfe ermöglichen eine Einhandbedienung, wobei der untere Knopf die horizontale Verschiebung ermöglicht und der obere die vertikale Verschiebung gewährleistet. Die "zweite Hand" ist nun frei, um mittels Tischhub die Bildschärfe zu regulieren. Einfache Mikroskope haben vielfach nur so genannte Objektklammern. Unter diese wird der Objektträger "geklemmt", was für eine Beobachtung von totem Material genügen kann, aber keinesfalls für die Lebendbetrachtung von Kleinlebewesen geeignet ist. Kein noch so geübter Mikroskopiker wäre in der Lage, den Objektträger zur Sichtverfolgung so fein mit der Hand zu führen. Vor allem auch, wenn man bedenkt, das man im Okular alles Seiten- und Höhenverkehrt sieht. Also, auf die Ausstattung mit einem Kreuztisch sollten Sie einfach bestehen, egal, ob Sie nun eine Neu- oder Gebrauchtanschaffung des Mikroskops ins Auge gefasst haben.

7. Der Kondensor
ist neben den Okularen, Prismen und Objektiven die vierte optische Mikroskopkomponente und für die "Objektbeleuchtung" wichtig. Ohne ihn kann diese nicht vernünftig eingestellt werden. Das "Köhlersche Beleuchtungsprinzip" ohne ihn nicht realisierbar. Aufbau und Wirkweise wird auf der Seite "Kondensor" beschrieben.

8. Der Kondensortrieb
ermöglicht das feinfühlige Heben und Senken des Kondensors.

9. Der Grob- und Feintrieb
Mit ihm wird je nach Mikroskop-Art entweder der Objekttisch oder der Tubus Mikrometer genau in der Höhe verstellt. Beim LABOVAL 2 ist er z.B. als Einknopftrieb ausgelegt. Dazu dreht man den Knopf solange bis ein spürbarer Widerstand festgestellt werden kann. Dreht man nun "kraftvoll" weiter, so verändert sich die Höhe des Objekttisches merklich. Dies kann bis zur völligen Unschärfe führen, hier ist also dennoch "Fingerspitzengefühl" gefragt. Mit anderen Worten, man hebt oder senkt den Tisch soweit, wie das Bild noch klar erkennbar ist. Nun kann man innerhalb dieses "Sprunges" ganz fein die Schärfe nachregulieren, bis der Widerstand wieder spürbar wird. Dies erfordert am Anfang etwas Übung und Gewöhnung, verselbstständigt sich aber nach wenigen Tagen und wird dann ohne weiteres Nachdenken "automatisch" richtig durchgeführt. Andere Fabrikate haben diesen Grob- Feintrieb als getrennte Knopfserie ausgeführt, wobei der Knopf für den Feintrieb als kleinerer auf dem größeren für den Grobtrieb aufsitzt. Damit ist eine exakte Schärfeneinstellung nach sehr kurzer Eingewöhnungszeit möglich. Beide Handlings unterscheiden sich nach Eingewöhnung aber wenig bis gar nicht in der Präzision.

10. Die Beleuchtung
Um ein Objekt zu durchleuchten bedarf es einer Lichtquelle, welche von unten einen Strahl durch den Kondensor in das Objekt und durch dieses hindurch ins Objektiv und Okular projiziert. Ältere oder auch einfachere Mikroskope haben dazu einen kipp- und drehbaren Spiegel unterhalb des Kondensors angebracht, mit welchem z.B. Tages- oder Kunstlicht "eingespiegelt" wird. Andere Mikroskope wie z.B. das hier gezeigte LABOVAL 2 besitzen im Fuß eine spezielle Kunstlichtquelle mit Kollektor sowie Leuchtfeldblende und machen daher die Nutzung einfacher und unabhängiger.

11. Die Blendenzentrierung
Sie dient der Zentrierung der Blende wie auf der Seite "Die Beleuchtung" näher beschrieben.

12. Die Mattglasscheibe
dient der Lichtstreuung und wird beim Laboval 2 in einen extra dafür vorgesehenen Schlitz zwischen Lampe und Kollektor eingeschoben. Sie ermöglicht somit einer gleichmäßige Lichtverteilung ohne Farbsäume.

* Herr Henkel - Autor der Mikrofibel, siehe Linkseite - wies mich Heute freundlicherweise auf eine, nicht sehr korrekte Darstellung bezüglich der normierten Bohrungen / Gewinde im Absatz 5 (der Objektivrevolver) mit folgender Ergänzung hin, die ich selbstverständlich hier als Nachtrag einstelle: >>...Die Normung trifft nur auf Durchlichtmikroskope üblicher Bauart zu (Gewinde der Royal Microscopical Society). Keine Normung bei Auflichtmikroskopen, Metallmikroskopen und allen Mik.. mit Unendlichobjektiven.<< Dies ist natürlich vollkommen richtig und von mir schlicht "übersehen" worden.

*****

Dieser Grobüberblick eines Mikroskops sollte Ihnen eine Orientierungshilfe sein. Ihr Mikroskop kann dem Aussehen nach ganz anders sein, doch die angeführten Komponenten sind so, oder so ähnlich sicher Bestandteil auch Ihres Mikroskops. Wichtiger aber noch, die Fachbegriffe helfen Ihnen mit Sicherheit beim Besuch höher qualifizierter Mikroskopie-Seiten im Internet, zumindest eine Ahnung davon zu haben, was dort beschrieben wird.

Wie aber funktioniert und arbeitet ein Mikroskop denn nun?

Sie haben jetzt zwei Möglichkeiten, dies zu erfahren!


1. Sie folgen dem nebenstehenden Link
(TECHNIK) um mit meinen einfachen Worten beschrieben, einen ersten Einblick in das Mikroskop und seiner Arbeitsweise zu erlangen, oder aber...

2. Sie steigen direkt richtig zu den Fachbeiträgen der qualifizierteren Mikroskopiker im Internet auf. Hier werden Ihnen fachlich und kompetent aufbereitete Beiträge serviert, die den Anspruch meiner kleinen Einführung in die "Mikroskopie für Anfänger" weder leisten soll noch leisten kann.

Egal, wie Sie sich entscheiden, wissen sollten Sie jedoch, ohne ein Mindestmaß an Verständnis für die Technik und Arbeitsweise eines Mikroskops werden Sie an diesem kaum Freude haben. Und falls Sie dem Gedanken verfallen sollten: "Ich will ja nur ab und zu mal ein wenig...", vergessen Sie´s, denn Fehler in der Handhabung aus Unwissenheit lässt auch die möglichen "Ab" und "Zu´s" ins Nichts verschwinden, denn Sie werden kaum etwas sehen können. Das aber ist doch der Grund, warum Sie sich so ein "Ding" überhaupt angeschafft haben bzw. dessen Anschaffung planen, oder?

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