| Die Quellen der Objekt-Begierden! |
|||||||||||
![]() |
|||||||||||
|
Als wir unser Haus kauften, war einer der Entschei-dungsgründe der große Garten hinter dem Haus, ca. 750 qm. Zwei Teiche gehörten im Garten ebenso wie das Versprechen, diese weiter zu betreiben und nicht etwa zu zu schütten zu der Hinterlassenschaft des Ver-käufers. Bei der damaligen Besich-tigung sah alles optimal und sehr schön aus, es war mitten im Sommer, alles blühte und grünte, eine wahre Pracht. Was also sollte falsch daran sein, dieses Verspre-chen abzugeben, die Teiche weiter zu betreiben und zu pflegen. Die Teiche waren auch groß genug "glaubten wir", den die Farb- und Koikarpfen im ersten, also dem Fischteich, die neugierig auf uns zu schwammen, ma-chten einen gesunden Ein-druck, waren groß und sehr zutraulich. Wie viel Wasser dieser Teich den habe, fragte ich den damaligen Besitzer. "Ca. 35000 Liter" antwortete dieser. |
|||||||||||
|
Und der andere, fragte ich weiter. "Nun, da sind keine Fische drin, sondern nur Amphibien. Und die Teiche sind auch voneinander getrennt. Ich glaube mich zu erinnern, das dieser ca. 25000 Liter fasst." Na ja, um es kurz zu machen, es ist nun unser Haus und... Ja, und die Schwierigkeiten mit dem Fischteich zeigten sich schon kurz nach dem Kauf, der Sommer wurde heißer, die Fische nicht mehr so zutraulich, sondern eher im Leben bedroht, schwammen hilflos nach Luft schnappend an der Oberfläche. Was war los? Was hatten die Tiere? Des Rätsels Lösung war schnell mit Hilfe eines Wasseranalyse-Set der Fa. Tetra geklärt, übermäßiger Fäulnisprozess am Teichboden zehrte den Sauerstoff auf, die Tiere wären einfach erstickt. Mittels Tauchpumpe wurde erst mal gut ein Drittel des Wassers ausgepumpt und durch frisches Brunnenwasser ersetzt. Das half zunächst einmal. Den Tieren ging es zusehends besser. Aber das konnte nur eine "erste Hilfemaßnahme" sein. Die Fische mussten raus, dann das Wasser und danach der "Dreck"! Nur, wohin mit den Tieren? Wie viel sind das eigentlich? Also wurde ein größeres Kinderplanschbecken gekauft. Mit Teichwasser gefüllt und mittels größerem Kescher die Tiere, einer nach dem anderen vorsichtig aus dem Wasser gefischt und umgesetzt. Nur, wie viel sind das denn, das hört ja gar nicht auf. 70 waren schon im Becken, wie viel sind denn noch im Teich? Das Wasser im Teich wurde soweit abgesenkt, dass ich einsteigen und durchwaten konnte. Immer wieder blitzten kurz die Rückenschuppen weiterer Tiere im verbliebenen Wasser, welches zunehmend undurchsichtiger wurde, da der Schlick und Schlamm durch mein Tun vollkommen aufgewirbelt wurde. Die ersten größeren Tiere zeigten wieder Atemnot, dadurch waren sie nun relativ leicht zu fangen, da sie immer öfter an die Oberfläche kamen und hilflos nach Luft schnappten. Ich musste mich nun wirklich beeilen. Immer schwerer wurde es, im Teich zu laufen, es war eher ein Sumpf geworden denn ein Teich. Endlich, ich glaube ich habe den Letzten gefangen. Sage und schreibe 114 Tiere waren nun auf engstem Raum in dem nun zu kleinen Becken eingesperrt. "Der spinnt, dachte ich, so viele Tiere in so einem kleinen Teich. Die größten waren mindestens 3 Kilo schwer, schätzte ich! Als nun endlich alles Wasser raus war, sah ich, was los war. 80 normale Putzeimer voll Schlamm und Schlick holte ich aus dem Teich, zunächst! Denn, was Seerosen unter Wasser anstellten, hatte ich mir so nie vorstellen können! Armdicke Wurzeln in und übereinander gewachsen hielten noch mehr Schlamm gefangen. Nun reichte es aber, ich stank in der Zwischenzeit wie ein friesischer Muschelfischer im Watt. Mit einem großen Messer bewaffnet, räumte ich nun auch bei den Seerosen auf. Nur in der Teichmitte lies ich ein paar Wurzeln stehen. Alles andere flog raus. Mit Hochdruck spritzte ich den restlichen Schlamm auf einen Haufen. Nun konnte auch der raus. Aber wieso war der Teich so versumpft? Jetzt als er trocken lag, sah ich den Grund. Im Bereich mit dem größte Teichdurchmesser war der Teich 180 cm tief um dann in einem länglichen Schlauch auf ca. 80 cm anzusteigen. Dort wurde das Wasser von einer Tauchpumpe angesaugt und am tiefen Ende einfach wieder einlaufen lassen. Kein Filtersystem, nichts! So was "Dummes" der Teich war leider eine vollkommene Fehlkonstruktion! Der Aushub war einfach zu einem Berg am tiefen Teichende aufgeschüttet worden, eine Wasserrutsche sah zwar gut aus, aber eben am falschen Ende. Der Schmutz wurde somit nicht aus dem Wasser geholt, da er sich im tiefen Ende sammelt, das bisschen Schmutz das die Pumpe am anderen Ende ansaugte wurde über die Rutsche einfach am tiefen Ende zuzüglich wieder eingespült! Toll! Nun ja, umbauen ließ sich da auch nichts, jedenfalls ohne große Klimmzüge nicht, so musste ich mit dem leben was da war. Zunächst wurde erst einmal ein großer Teichfilter von Tetra angeschafft, des Weiteren ein größerer UV-Cleaner. Wer nun erwartet, das dies alles sofort und merklich funktioniert, wird sicherlich enttäuscht. Nein, solch ein Filter muss erst "eingefahren" werden, es müssen sich große Mengen Mikroorganismen im Filter ansiedeln und das kann dauern. Nun, die Fische sollten ja schnellstmöglich, aber ohne großen Schock wieder in den Teich. Ein Problem, denn das wenige Wasser im Planschbecken war eine "Pfütze" und höchstens zum "impfen" der neuen Befüllung geeignet. Lösung - so absurd dies jetzt klingen mag - ein, zwei Eimer des vorher mühsam entfernten "Drecks" musste wieder rein, um eine Grundlage bereits angesiedelter Mikroorganismen sicher zu stellen! Gott sei Dank, ein ziemlich aktiver Brunnen stellte reichlich Wasser zur Befüllung bereit. Gleichzeitig wurden immer ein paar Eimer aus dem Planschbecken zurück in den Teich geschüttet und durch frisches Brunnenwasser ersetzt. So hatten die Tiere die nächsten beiden Tage Gelegenheit sich langsam an das "saubere" und Mikroorganismen arme Wasser zu gewöhnen bis sie endlich wieder umziehen durften. Zwei Teichbesitzer aus der näheren Umgebung halfen mir durch Übernahme einiger Tiere, den Bestand zu reduzieren, so dass ein einigermaßen erträglicher Bestand verblieb. Nach drei Jahren erst ist der Teich wieder Wasser- und Fischmäßig in Ordnung. Der Filter musste in diesem Jahr noch nicht zwischen gereinigt werden. Alle Werte sind zum ersten Male ohne Störungen im grünen Bereich. Nun konnte ich mich um meinen zweiten Teich kümmern! Dieser liegt direkt hinter dem Fischteich. Es handelt sich um einen reinen Amphibienteich, leider |
|||||||||||
![]() |
|||||||||||
|
viel zu dicht bewachsen mit einer angeblichen "chinesischen Reis-sorte" die mich aber eher an Elefan-tengras erinnert, so hoch wächst diese Pflanze. Man sieht das Wasser schon gar nicht mehr, jedoch, die Teichfrösche freuen sich. Wollen sie mal schwimmen, wandern sie einfach in den Fischteich und anschließend auch wieder zurück, sitzen auf den Seerosenblättern und sonnen ausgiebig. Ein Versuch, wenigsten am Randbereich etwas von diesen riesigen Graspflanzen zu entfernen ohne in den Teich zu steigen, endete kläglich, so dicht ist das Wurzelwerk am Grund des Teiches ineinander verfochten. Hier muss ich jetzt im Herbst doch einmal rein und etwas hartnäckiger arbeiten. Aber was hat das ganze nun mit Mikros-kopie zu tun??? Nun, eine ganze Menge, wenn man davon absieht, das die beiden Teiche der eigentliche Auslöser für den Kauf meines Laboval 2 waren, so bieten sie reichlich Material, das ganze Jahr über. Alle Videos, Bilder oder weitere Geschichten |
|||||||||||
|
handeln deshalb von den kleinen Hauptdarstellern, den Mikroorganismen, als Teich- oder Filterbewohner. Meine Exkursionen in die "freie" Natur enden also ca. nach 70 Metern hinter der Haustür. Die vorgefundene Vielfalt überzeugt zunächst, keine wirklich freien und weit abseits liegende Naturteiche aufzusuchen, denn zu entdecken gibt es auch hier genug und unterliegt einzig meinem Einfluss und dem der benachbarten Umweltbedingungen. Von dieser Vielfalt zu berichten und daraus möglichst spannende und unterhaltende Geschichten zu "zimmern" soll Aufgabe der kommenden Seiten sein. Eventuell tragen diese ja dann auch dazu bei, sich entweder intensiver mit dem Mikroskop oder gar der Anlage eines eigenen Teiches zu beschäftigen. Ich verspreche, wenn Sie dies tun sollten, können Sie bald selbst solche Geschichten erleben und ggf. auch aufschreiben. Ich und andere Interessenten würden diese bestimmt auch mit großer Freude lesen. Dies wünschend, verbleibe ich mit lieben Grüßen Peter Bündgens. Alle Außen- oder Gerätefotos auf diesen Seiten sind mit einer SONY Digital Mavica FD 88 (1,3 Megapixel) aufgenommen worden. |
|||||||||||
09979