Durch die "Mühle" gedreht! ?
Auf den wirklich gut gemachten Seiten des Herrn Stanjek unter: http://www.hydro-kosmos.de/inhalt.htm über Gartenteiche, Anlage, Pflege usw. findet man nach einigem Durchklicken auch folgende Seite: http://www.hydro-kosmos.de/anlage/bachlf.htm in welcher ab Absatz Nr. 4 auf die Probleme von "Kreiselpumpen" mit Ihrer verheerenden Wirkung auf Mikroorganismen eingegangen wird. Zum Beweis finden sich auf dieser Seite auch Fotos die diese Zerstörung belegen (sollen).
Zunächst war mir dies auch sofort einleuchtend und, da ich selbst eine so genannte Tauch- oder Entwässerungspumpe zur Teichfilterung einsetze, bekam ich ob der Beschreibungen ein schlechtes Gewissen. Sollte dies wirklich so fatale Folgen für die Mikroorganismen zeitigen, wie beschrieben, muss ich mir auch eine bessere Alternative ausdenken um meine Teiche und die darin enthaltenen Lebewesen zu schützen.
Zunächst sah ich mir die Pumpe einmal näher an, schraube dazu ihren Filterkorb ab um mich der Drehscheibe zu nähern, welche mit länglichen Erhebungen versehen, rotierend das Wasser in den Pumpenablauf saugt. Ja, von solch einer Erhebung getroffen wird jeder Organismus zerstört. Wirklich? Nun, dies auszutesten war ja nicht schwer. Die Pumpe wurde zunächst auf den Grund des Teiches ab gesenkt und in Betrieb genommen. Das angesaugte Wasser durch ein Planktonnetz filtriert. An diesem Netz befindet sich unten ein Auffangbecher, so dass man nach x- beliebiger Zeit, eine Probe allen bisher gesammelten Planktons auffangen und mikroskopieren kann.
Ich erwartete nun, durch die Zeilen von Herrn Stanjek vorgewarnt, das Bild eines Schlachtfeldes. zerstörte und zerrissene Mikroorganismen on Mass.
Doch das gegenteilige Bild erwartete mich! Quicklebendig waren meine gefundenen Mikroorganismen. Natürlich, ich fand auch deren Teile, vornehmlich Panzerreste kleiner Krebse, leere Hüllen ehemals lebendiger Panzerrädertiere usw. Waren diese etwa Ursache der zerstörerischen Gewalt der Pumpe? Um dies zu klären, musste ich Wasserproben von Stellen im Teich entnehmen, die nicht im Sogbereich der Pumpe lagen, sich also entfernt jeder mechanischen Gefahr befanden.
Aber auch hier waren neben den bereits lebend aufgefundenen Bewohnern aus der "Pumpenregion" die gleichen Bewohner in gleicher Agilität und Vielfalt vorhanden, aber eben auch die gleichen Panzerreste getöteter Tiere.
Es muss also neben der mit Sicherheit auch zerstörerischen Kraft der Pumpe noch natürliche Ursachen geben, die nur Reste ehemaligen Lebens übrig lässt. Mein Fischbesatz (Koi- und Farbkarpfen) etwa? Möglich, denn diese "schnabulieren" gern mal den Besatz an Mikroorganismen, welche sich an Pflanzen ansiedeln, mit wohlig schmatzenden Geräuschen ab.
Um dies auszuschließen entnahm ich eine weitere Probe aus meinem andern Teich, einem reinen Amphibienteich ohne Fischbesatz. Aber auch hier bot sich in den Proben ein ähnliches Bild. Neben agilen und gesunden Mikroorganismen finden sich eben solche Reste toten Materials, der Kreislauf des Lebens eben.
Was mich letztlich aber wirklich beruhigte war die Tatsache, dass egal welche der Proben ich untersuchte, eine Häufung toter Überreste in keiner überwog. Da konnte ich untersuchen so oft ich wollte. Betrachtet man sich solch eine Pumpe einmal im Größenverhältnis zu den Mikroorganismen ergeben sich ganz andere Überlegungen und Überzeugungen. Der Raum, Drehscheibe zu Ansaugöffnung ist in diesem Größenverhältnis und der geförderten Wassermenge riesig. Sicherlich besteht natürlich für einzelne Exemplare auch eine Zerstörungsgefahr, dies soll und kann nicht bestritten werden. Doch betrachtet auf die Masse einzelner Organismen in einem einzigen Wassertropfen relativiert sich die Gefahr auf ein, meiner Meinung nach, vernachlässigbares Risiko. Die von Herrn Stanjek aufgeführten Einheiten bezogen auf die Eimerproben kann ich somit nicht bestätigen.
Es folgen einige Bilddokumente aus einer der vielen Ansaugproben.
Bild 1 u. 2. Vermutlich Brachionus calyciflorus amphiceros (Panzerrädertier) strudeln fleißig Nahrung herbei!

Bild 3. Auch dieses fragile, unbekannte Sonnentierchen hat die "Höllenfahrt" durch die Pumpe heil überstanden. Ebenso wie die im Bild gezeigten Rädertiere.
Es fällt, angesichts dieser Bilder, sicherlich nicht schwer, meinem o.a. Einspruch gegen den Einsatz von Tauchpumpen zu verstehen. Denn in einem hat Herr Stanjek mit Sicherheit recht, wenn er fordert, alles für den Erhalt unserer Umwelt und zum Schutz aller Lebewesen, auch in unseren Teichen zu unternehmen. Doch an Hand der von mir zu Tage geförderten Menge an Biomasse welche ich nach zwei Jahren aus meinem Fischteich entsorgen musste, da einige Folienlecks eine komplette Sanierung des Teiches erforderten (Bericht auf einer der noch folgenden Seiten), bin ich doch beruhigt der Vielfalt auch durch den Einsatz einer Tauchpumpe nicht wirklich zu schaden. Aufnahmen mit direkter Belichtung vom Objektiv 10/0,25 und 40/0,65 auf einen CCD-Chip.
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