Glück auf...

...ihr Bergleut jung und alt, seit froh und wohlgemut... diesen Teil des alten Bergmannliedes wird´s immer schwerer zu singen hier in Deutschland.
Bald wird wahrscheinlich nur noch das Bergbaumuseum in Bochum von dem einstmals härtesten Beruf in Deutschland zu erzählen wissen.

Schnell vergessen waren die Bergleute, die nach dem Krieg mit viel Schweiß und harter Arbeit, teils unter unmenschlichen Strapazen, Kohle für die heimische Wirtschaft und die Wohnstuben der Deutschen "gehauen" hatten.

Die (Stein)-Kohle wurde immer teurer und angeblich bald nicht mehr „rentabel“!


Steinkohle aus dem Ausland – vornehmlich aus China – wurde, weil billig, neben der heimischen Braunkohle die große Konkurrenz der deutschen Steinkohle. Unter welchen, teils unmenschlichen, Bedingungen gerade in China Kohle gewonnen wird, interessiert hier kaum. Hauptsache der Preis stimmt.

Immer mehr Arbeitsplätze gingen im deutschen Bergbau verloren, gewachsene Gemeinschaften in den Bergbaugemeinden brachen auseinander, nichts ist mehr so wie „gewohnt“! Die Braunkohle löste zunehmend die Steinkohle als heimischen Energieträger ab. Rießige Löcher im Boden, versetzte und entwurzelte Bewohner und Gemeinden sind die Konsequenz aus dieser Bergtätigkeit und auch der beführwortenden Politik! Es entstehen zum Teil vollkommen neue Landschaften. Diese Löcher kann man nie ganz schließen - womit auch? - Entstehen dann wirklich neue Biotope durch Wasserverfüllung, so wäre zumindest der Tier- und Pflanzenwelt ein Stück Ausgleich zurückgegeben und für die Menschen ein nahes Erholungsgebiet. Aber um welchen Preis das alles? Wer bezahlt die Zeche?


Nein, ich will und kann diese Frage hier nicht abschließend klären, nur Respekt fordern, für einen der härtesten Job´s der Welt. Zum Gedenken an meinen Vater und all die fleißigen Bergleute die ohne Murren und Wehklagen über Jahre und Jahrzehnte dieser harten Arbeit nachgegangen sind um die Wohnstuben der Deutschen zu wärmen und die Wirtschaft nach dem Krieg durch heimische Energie wieder auf die Füße zu stellen.

Beruhigend, dass in Zukunft wenigstens das Bergbaumuseum in Bochum die Erinnerung mit einer sehr sehenswerten und mit viel Detailliebe ausgestatteten Ausstellung, dieser harten Arbeit unter Tage die gebührende Reverenz erweist. Die ersten und weiteren Schritte in nur "1700 Zentimetern Tiefe" läßt Sie sehr schnell vergessen, dass Sie nur in einer Ausstellung sind. Innerhalb einer kurzen Zeit erfasst Sie eine beklemmende Enge und gespenstische Dunkelheit, in welcher zu arbeiten, man sich kaum vorstellen mag. Fast schon erlösend dann die Fahrt mit dem Fahrstuhl auf die erste Plattform in 50 Metern Höhe des alten Fördergerüst´s der ehemaligen Zeche Germania in Dortmund-Marten (nähere Einzelheiten hier )und ein befreiender, weiter Blick über Bochum.

Besuchen Sie also bitte unbedingt bei nächster Gelegenheit das Museum oder schauen sie sich auf deren Internetpräsenz einmal um, beides lohnt sich sehr. Die folgenden 3D-Raumbildaufnahmen vermitteln einen nur kleinen Eindruck von dem, was Sie hier erwartet.

Aber auch das Deutsche Museum in München sei hier lobend erwähnt, das sich mit einer ganz tollen Ausstellung - ähnlicher Untertage Ausbau wie in Bochum - dem deutschen Bergbau ausgiebig widmend. (Aber nicht nur der Bergbau, sondern alles an deutscher Technik und Entwicklung ziegt dieses Museum. Hier braucht man mehrere Tage oder Besuche um alles sehen zu können! Unbedingt besuchen!!!) Auch deren Internetpräsenz bietet einen phantastischen Überblick und einen Vorgeschmack auf das zu Erwartende.


In diesem Sinne
GLÜCK AUF!


BERGBAUMUSEUM - BOCHUM

01901



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