Die Greifvögel des Burgauer* Forstes
von Jürgen Frings
Einer der häufigsten und vermutlich auch bekanntesten, hier vorkommenden, Greifvögel ist der Mäusebussard.
| Mäusebussard ( Buteo buteo ) | (Bildmaterial: © by Jürgen Frings) //Für das Internet aufbereitet: SYSTEM´S 2000// |
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Der in zahlreichen Farbvarianten, von dunkelbraun bis fast weiß, befiederte Greifvogel gehört zum gewohnten Anblick im Burgauer Wald. Seine vielseitige Gefiederfärbung macht ihn ebenso individuell wie unverwechselbar zugleich. Oftmals hört man erst den typischen unverkennbaren Ruf, den man als langgezogenes "Hiiäääh" beschreiben könnte, bevor man den Mäusebussard am Himmel entdeckt. Immer wieder nutzt er im Segelflug aufsteigende Warmluft aus. Besonders eindrucksvoll sind die zur Mitte - Ende Februar beginnenden und von Rufen begleitenden partnerschaftlichen Balzflüge der Bussarde. Außerhalb der Balz unterbricht der Mäusebussard seinen Flug gelegentlich durch ein kurzes Rütteln und fliegt quasi "auf der Stelle" sofern er etwas Interessantes erspäht hat. Wesentlich häufiger rüttelt jedoch ein Verwandter, der ebenfalls im Burgauer Wald, wenn auch nur gelegentlich in den Wintermonaten, anzutreffen ist, nämlich der Rauhfußbussard. |
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Die beiden Arten unterscheiden sich wohl aber deutlich an der Stoßbefiederung. Die des Mäusebussards trägt 8 - 12 Querbinden, die des Rauhfußbussards eine breite Endbinde, über der (geschlechterabhängig) 1 - 3 schmale Binden liegen können. Hinzu kommt das die Ständer des Rauhfußbussards bis auf die Zehen hinab befiedert sind. Das Beutespektrum beider Bussarde umfaßt Säuger bis zur Größe eines Hasen, die überwiegend vom Ansitz heraus bejagt werden, jedoch wird Fallwild jeglicher Art ebenfalls nicht verschmäht. |
Als weiterer Greif, den meisten naturverbundenen Menschen bekannt, ist der Habicht sehr oft zu beobachten.
| (Bildmaterial: © by Jürgen Frings) //Für das Internet aufbereitet: SYSTEM´S 2000// | Habicht ( Accipiter gentilis ) |
| Dieser
pfeilschnelle Jäger betreibt seinen Beutefang meist aus der Deckung
heraus als Überraschungsangriff. Als Beute bevorzugt dieser Greif Vögel
bis zur Hühnergröße. Allerdings verschmäht er auch kleinere Säuger
nicht. Im Fluge kann man ihn leicht vom vorgenannten Bussard
unterscheiden.
Der Habicht besitzt einen langen Stoß und kurze breite Schwingen. Da das männliche Tier wesentlich kleiner ist als das weibliche Tier, wird dieser oft verwechselt mit dem Sperber, der das gleiche Biotop bevorzugt. Diesen etwa Taubengroßen Greifvogel vom Habicht zu unterscheiden bedarf schon etwas Übung. Der meist gerade abgeschnitte Stoß, der ober blau-grau und unten weiß mit feiner rötlichbrauner Querbänderung ist, ist insgesamt wesentlich schlanker als der Stoß des Habichts. Das Beutespektrum des Sperbers beinhaltet fast ausschließlich Vögel in den Größen von Goldhähnchen bis Ringeltaube. Selten nimmt der Sperber auch mit Mäusen und ausnahmsweise auch mit Fledermäusen Vorlieb. Seinen Horst baut dieser Greifvogel in jedem Jahr neu auf junge bis mittelalte Bäume. Das Weibchen erbrütet nach der Eiablage in ca. 30 Tagen |
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bis zu 6 Junge und wird in dieser Zeit vom Männchen mit Beute versorgt. Nach ca. 40 Tagen hört man die flügge gewordenen Jungvögel schon von Weitem an ihrem typischen Ruf "Jüh-Jüh......".
Eine besondere Vorliebe für ausgefallene Horstplätze hat der Turmfalke. Dieser brütet häufig im Bereich des Burgauer Schlosses, in Felsnischen, -höhlen und Mauerlöchern, wo er seine bis zu 6 Eier in ca. 30 Tagen ausbrütet.
Der wunderschöne Turmfalke, welcher wohl jedem interessierten und naturverbundenem Menschen ein Begriff ist, kommt recht häufig im Burgauer Forst vor.
Charakteristisch ist der Rüttelflug, wobei er nach Beute, wie Kleinsäuger, Kleinvögeln, Reptilien und Insekten Ausschau hält. Er jagt aber auch von einem Ansitz, wie z.B. von Stromleitungen und Bäumen aus.
Seine hohen Rufe "Kikiki....." sind oft zu hören.
Neben dem Mäusebussard ist der Turmfalke die bei uns am häufigsten vorkommende Greifvogelart.
Weiterhin wurden verschiedentlich Rotmilane gesichtet.
Dieser hübsche Vogel ist schlanker und größer als der Mäusebussard. Die Silhouette dieses Vogels am Himmel ist einzigartig. Durch den gegabelten Stoß ist er leicht, auch vom nicht-versierten Vogelkenner zu bestimmen.
Der Rotmilan kommt allerdings nur als Durchzügler vor. Ebenfalls wurden einige Male Wanderfalke, Baumfalke und im Winter auch der Merlin beobachtet, die aber im Burgauer Wald nicht brüten. Angesichts der stetig wachsenden Bevölkerungsrate und der daraus resultierenden Bebauung brachliegender Flächen können wir uns glücklich schätzen, dieses Naturparadies vor den Toren Dürens zu haben.
Mit seinem alten Baumbestand und einem reichen Wildvorkommen spiegelt dieses Gelände ein ideales Biotop für unsere Greifvögel wider, so daß es oberstes Gebot sein sollte, diesen Wald auch für die nächste Generation zu erhalten.

* Erläuterung: Burgauer Forst
Der Burgauer Forst grenzt im südlichen Teil Dürens gelegen, an die Stadt Düren und erstreckt sich östlich parallel zu Lendersdorf bis an Stockheim. Er gehört/e zum Lendersdorfer Wasserschloss Burgau. Er wird von den Dürenern gern als Stadtwald genutzt. Heerscharen von Spaziergängern suchen zu jedem Wochenende im Burgauer Forst Entspannung und Erholung. Oft verbunden mit einem Besuch im Tierheim Düren, welches am südöstlichen Rand dieses Forstes beheimatet ist.
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