Lebensweise von Echsen der Gattung Tupinambis
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( Großtejus ) |
Von Jürgen Frings
Das Vorkommen der Tejus beschränkt sich auf die Neue Welt sozusagen als Gegenstück der Altweltlichen Warane. Faßt man das Verbreitungsgebiet der drei bekannten Arten Tupinambis teguixin, Tupinambis nigropunctatus und Tupinambis rufescens einmal zusammen, so reicht dieses von Venezuela, Kolumbien, Bolivien, Brasilien, Paraguay, Uruguay bis weit hinein nach Argentinien.
Die Lebensgewohnheiten der drei Arten unterscheiden sich nicht wesentlich, so dass sie nachfolgend zusammen abgehandelt werden. Der schwarz - weiße Teju, wie man ihn in Deutschland nennt, wird ca. 1,40 m lang bei einem Gewicht von ca. 5 - 6 kg, wobei das größte Tier meines Wissens nur ca. 1,20 m lang ist und ca. 4,5 kg wiegt.
Die Grundfärbung besteht aus einem bläulich schimmernden Schwarz. Auf dem gesamten Oberkörper sind ungeordnet weiße Flecken verschiedener Größen zu sehen, dagegen weist die Bauchseite kräftige Querbinden auf. Für den Nigropunctatus ( schwarz - gelber Teju )wie auch für den Rufescens ( Roter Teju ), geht man von einer Maximallänge von ca. 1,20 m aus, bei einem Gewicht von ca. 3 - 4 kg. Die Grundfärbung des Nigropunctatus ist ebenfalls bläulich - schwarz schimmernd, doch die unregelmäßig angeordneten Sprenkel und Querbinden sind hier in einem schönen Gelb gehalten, eine wirklich traumhafte Echse. Den Rufecens kann man zu den Vorgenannten leicht an seiner rötlich - braunen Zeichnung auf schwarzem Untergrund unterscheiden. Die massige Erscheinung der adulten Tejus macht sie zu imposanten Erscheinungsbildern, denen man unweigerlich Respekt zollt.
Die lange Schnauze, die gegabelte Zunge und der kräftige Schwanz bringt die Ähnlichkeit zum Waran wieder ins Bewusstsein. Die Kopfschuppen sind jedoch größer als beim Waran. Ihre kräftigen Krallen setzen die Bodenbewohnenden Echsen, die jedoch auch ausgezeichnet klettern und schwimmen können, zum Graben Ihrer Wohnhöhlen ein. Tejus trifft man in allen erdenklichen Biotopen an, wie in den tropischen Regenwäldern, Savannen, offene Graslandschaften mit Buschvegitation bis in die bewohnten Dörfer und Städte, wo Sie zeitweilig kräftig bejagt wurden, weil sie sich an Hühnerküken und Eiern vergriffen. Das Nahrungsspektrum eines Tejus ist sehr umfangreich. Es besteht aus Insekten, kleinen Wirbeltieren, Fröschen, Lurchen, Früchten und Eiern bis hin zum Aas. Seine Fressweise ist etwas unorthodox, er packt mit einem kräftigem Biss das Beutetier und zerdrückt es an einem Gegenstand regelrecht. Wenn die Größe der Beute es erlaubt, wird sie in einem Stück verschluckt. Bei größeren Stücken packt er immer wieder zu und schleudert es hin und her um so Beutestücke heraus zu reißen. In der Natur scheinen die Tejus an keinen besonderen Zyklus gebunden zu sein um sich fortzupflanzen. Bis dato gibt es nur recht spärliche Informationen. Es wurden Paarungen in den Monaten April, Mai, Juni, Juli, August und September beobachtet. Zur Eiablage fehlen jedoch nähere Angaben. Als Eiablageplatz wählen Tejus fast ausschließlich Termitenbauten.
Sie reißen mit Ihren scharfen Krallen die Lehmwand auf, legen Ihre Eier ab ( meist zwischen 5 und 30 Stück ) und entfernen sich, ohne sich noch einmal um das Gelege zu kümmern. Die Termiten mauern nun bei der Ausbesserung Ihres Nestes die Eier mit ein, dadurch ist ein optimales Klima sowie Schutz vor Feinden gegeben. Nach zirka 150 Tagen schlüpfen die Jungtiere, die sich danach selbständig aus dem Termitenbau ausgraben. Bei gutem Nahrungsangebot wachsen die Jungtiere sehr rasch zu stattlichen Echsen heran. Die Nahrungssuche vollzieht sich vor allen Dingen in den Morgenstunden, damit sich die sehr wärmebedürftigen Echsen nach verrichtetem Fressvorgang in der Sonne erwärmen können. Dies brauchen die Tejus wie alle Reptilien, um eine optimale Funktionalität des Körpers zu erreichen. Die Bestände dieser außergewöhnlichen Echsen sind in Ihrer Heimat bis dato noch nicht gefährdet, dadurch wird er auch recht häufig nach Deutschland importiert, wo er in Zoofachhandlungen als Terrarientier angeboten wird.
Sicherlich kann eine Haltung im künstlich erschaffenen Biotop eine gute Ergänzung sein um das Verhalten der Tiere zu studieren und eine Nachzucht dieser Arten zu erreichen. Aber es stellt keine Alternative zum natürlichen Biotop dar. Bleibt zu guter letzt die Hoffnung, dass wir uns noch lange an derartigen Geschöpfen erfreuen können.
Ich möchte noch einmal darüber aufklären, dass hier nicht endlos lange Monographien veröffentlicht werden, denn die würden sicherlich den Rahmen dieses Projektes sprengen.
Sollten jedoch Fragen im Zusammenhang mit den Berichten entstehen, bin
ich gerne bereit diese, vorausgesetzt Sie schicken mir eine Email, zu beantworten.
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