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Das "Frings´che" - Tierleben

Reptilien als Haustiere

Reptilien als Haustiere?

von Jürgen Frings

Wildtiere als Haustiere zu halten ist sicher eine Sache, die kontrovers diskutiert werden kann.

Zu Arten, die in der Natur stark gefährdet sind oder am Rande der Ausrottung stehen, sollte eine aus interessierten Laien bestehende Käuferschicht sicher keinen Zugang finden, da hier eine weitere Entnahme von Tieren aus der Natur zu einem völligen Zusammenbruch der Population führen könnte. Gerade Reptilien, denen dieser Artikel gewidmet sei, sind in den letzten Jahren regelrecht in Mode gekommen.

Immer wieder fungieren diese Geschöpfe als Statussymbol für eine Käuferschicht, die zwar das nötige Kleingeld, aber nicht das Know-How besitzt, um eine artgerechte Pflege zu gewährleisten.

Grüner Leguan ( Iguana iguana )

(Bildmaterial: © by Jürgen Frings) //Für das Internet aufbereitet: SYSTEM´S 2000//

Begünstigt wird dieses noch durch das enorme Angebot der Zoohändler, durch welches es heute für jeden möglich ist, sogar eine Klapperschlange erwerben zu können. Der Gesetzgeber reagiert leider nur sehr zurückhaltend auf die astronomisch ansteigende Zahl von Reptilienhaltern.

Andererseits haben gerade private Halter von Reptilien, Amphibien und Insekten beachtliche Erfolge in der Haltung und Zucht erzielt.

Bei der Anzahl der vorhandenen Arten wären öffentliche Einrichtungen wie Zoos bei der Erforschung der Lebensäußerungen und Haltungsbedingungen der einzelnen Arten wohl auch überfordert.

Bambusotter ( Trimerosurus - Wagleri )                                                                 Kupferkopf ( Agkistrodon contortrix )

 

 

        
(Bildmaterial: © by Jürgen Frings)
//Für das Internet aufbereitet: SYSTEM´S 2000//

So kann die private Tierhaltung durchaus sinnvolle Beiträge zum Artenschutz liefern.

Dies sollte jedoch meines Erachtens nach nur absoluten Spezialisten vorbehalten sein, bei einer strengen gesetzlichen Kontrolle.

Die Haltung von Reptilien als Nutztiere ist nicht weniger problematisch.

Auch hier gibt es Pro und Kontra.

Die Zucht verschiedener Krokodilarten zur Ledergewinnung in Krokodilfarmen zum Beispiel hat die Entnahme von Tieren dieser Arten aus der Natur unrentabel oder überflüssig gemacht, wodurch der freilebende Bestand geschützt war und sich sogar wieder erholen konnte.

Beim Grünen Leguan, der seit Jahren in Süd- und Mittelamerika in Farmen (als Fleisch- und Lederlieferant) gewerblich gezüchtet wird, läßt sich auf eine ähnliche Entwicklung hoffen.

Das die wirtschaftliche Nutzung von Reptilien aber schon in sich viele Probleme birgt, zeigt die Unbekümmertheit vieler Händler.

Ausschließlich auf den Versand lebender Tiere (leider gibt es so etwas heutzutage immer noch) spezialisiert und mit einem Minimum an Aufwand verschicken sie fast monatlich neue Listen mit Importen aus aller Welt.

Australische Wasseragame
( Physignathus lesueurii )

(Bildmaterial: © by Jürgen Frings) //Für das Internet aufbereitet: SYSTEM´S 2000//

Die Preise sind fast ausnahmslos überhöht für die bedauernswerten Geschöpfe.

Die Einzigen, die einen Nutzen haben, sind wohl die Händler selbst.

Angelockt durch den nun schon seit einigen Jahren anhaltenden Reptilienboom und stetig wachsender Zahl der Händler versucht auch so mancher Privathalter die "schnelle Mark" zu machen und "vermehrt" was das Zeug hält.

Über die Leidtragenden bei diesen skrupellosen Geschäften braucht wohl hier kein Wort mehr erwähnt zu werden.

Der Gesetzgeber hat auch hier bedauerlicherweise bis heute nur unzureichend reagiert.

Aber solange der Staat kräftig mit verdient bleibt nur die Hoffnung, daß solche und ähnliche Entwicklungen irgendwann erkannt und unterbunden werden und das ein Wildtier egal welcher Art am schönsten in seinem natürlichen Biotop zu bewundern ist.

An dieser Stelle möchte ich mich einmal ganz besonders bei den unermüdlichen Tierschützern des Tierschutzvereins Kreis Düren bedanken.

Weiter so!!!

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