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Das "Frings´che" - Tierleben

Der Steppenwaran

Der Steppenwaran (Varanus exanthematicus Bosc 1792)

 

von Jürgen Frings

Es wird wohl kaum jemand bezweifeln, daß der Steppenwaran unter den mehr als 40 Arten und Unterarten der Bekannteste sein dürfte.

Der Steppenwaran und dessen Unterarten bewohnen große Teile des afrikanischen Kontinents, mit Ausnahme der extrem trockenen Gebiete und Madagaskar.

Steppenwaran ( Varanus exanthematicus )

(Bildmaterial: © by Jürgen Frings) //Für das Internet aufbereitet: SYSTEM´S 2000//

Die Nominatform erreicht eine Länge von ca. 1,0 m bei einem Gewicht von ca. 5 kg. Sein Erscheinungsbild mag einem eher plump vorkommen. Im Vergleich zu anderen Waranen jedoch ist damit dieser Waran nicht minder interessant. Mit seinem massigen Schädel macht er den Eindruck als könne ihn nichts und niemand aufhalten.

In den letzten Jahren steigerte sich die Popularität des Steppenwarans zusehends.

Er wurde so häufig importiert wie kein anderes Tier.

Sein ruhiges Wesen und seine Fähigkeit sich den Terrarienbedingungen recht schnell anzupassen, machten ihn auch für Anfänger unter den Terrarianern interessant.

Als Haltungsgrundlagen für ein Paar adulter Steppenwarane sollte ein Trockenterrarium mit den Mindestmaßen 300x100x80 cm (LxBxH) zur Verfügung stehen. Als Bodengrund bewährten sich beim Verfasser Buchenholzspäne, angefüllt bis zu einer Höhe von 15 cm.

Die Einrichtung des Terrariums sollte aus robustem Material gestaltet sein, wie z.B. Steine, Wurzeln, Stubben und ausgehöhlte Baumstämme als Unterschlupf.

Ein Trink- und Badegefäß sollte ebenfalls angeboten werden. Beim Verfasser dient dazu eine Kunststoffwanne mit den Maßen 80x40x20 cm (LxBxH), die ca. 10 cm tief mit Wasser gefüllt ist. Diese wird von den Tieren regelmäßig zum Trinken und Baden aufgesucht.

Beheizt wird das Wasser durch eine unter dem Gefäß liegende Heizmatte von 40 Watt, die ausgrabsicher angebracht ist.

Um die notwendige Lufttemperatur von ca. 30°-35°C zu erreichen haben sich Heizkabel und Heizstrahler bewährt.

Als Grundbeleuchtung erfüllen beim Verfasser Neonröhren verschiedener Farbtöne und Stärke ihren Zweck hervorragend. Dabei sei darauf zu achten, daß die heiz- und Beleuchtungsquellen so zu schalten sind, daß eine Temperaturabsenkung nachts auf ca. 20°C gewährleistet ist.

Um den täglichen Bedarf an UV-Bestrahlung sicherzustellen setzt der Verfasser UV-Strahler (Osram Ultra Vita-Lux) ein, die täglich für 20 Min. Eingeschaltet werden. Die Strahlungseinrichtungen sind in einem Mindestabstand von 100 cm anzubringen.

Die Ernährung des Steppenwarans gestaltet sich nicht schwierig. In einem Abstand von ca. 8 Tagen (bei Jungtieren fast täglich) sollte man abwechslungsreiche Nahrung wie Mäuse, Rinderherz, Rinderhack gemischt mit Hundeflocken und Ei oder andere geeignete Nahrung anbieten. Bei Jungtieren sollte man auf verschiedene Insekten wie Grillen, Schaben, Wanderheuschrecken und nestjunge Mäuse zurückgreifen. Es ist darauf zu achten, daß den Tieren ausreichend Vitamine und Mineralstoffe zugeführt werden.

Produkte wie Multi-Bio-Weyx-In und Korvemin ZVT seien hier nur stellvertretend für zahlreiche andere Produkte genannt, die bei jedem Tierarzt erhältlich sind.

Erfüllt man all diese Kriterien und ist Besitzer eines harmonisierenden Paares, sollte man sich mit der Nachzucht dieses tollen Warans beschäftigen.

Es gibt bis heute kein Patentrezept für eine erfolgreiche Zucht des Steppenwarans, für eine Auslösung des Werbeverhaltens gibt es nur Spekulationen.

Manche simulieren den jahreszeitlichen Zyklus des natürlichen Biotops, wogegen andere ganzjährig gleich bleibende Terrarienbedingungen haben.

Ein weiterer Punkt ist die Frage, ob man die Tiere außerhalb der Paarungszeit nach Geschlechtern trennen sollte. Nach umfangreichen Untersuchungen im natürlichen Biotop geht man davon aus, dass der Steppenwaran solitär lebt, was diese Art der Haltung rechtfertigen würde.

Der Verfasser hält insgesamt 3 Gruppen Steppenwarane der Nominatform von je 2,2 in Terrarien der Größe 400x100x120 cm (LxBxH) mit der vorgenannten Einrichtung. Die Tiere der Behälter 1 und 2 sind keinen jahreszeitlichen Zyklen ausgesetzt, die Temperatur beträgt ganzjährig tagsüber etwa 30°C Lufttemperatur, wobei unter einem Strahler Werte bis 45°C erreicht werden. Die Grundbeleuchtung ist täglich 14 Stunden in Betrieb, nachts fällt die Temperatur bis auf 20°C.

Den Tieren des Behälters 3 wird ein jahreszeitlicher Zyklus geboten, der sowohl eine 3-monatige Winterruhe wie auch eine hohe Luftfeuchte im Frühjahr beinhaltet, die durch häufiges Sprühen erreicht wird. Ansonsten werden diese Tiere wie die Gruppen 1 und 2 gehalten.

Alle Gruppen sind seit mindestens 3 Jahren vergesellschaftet und harmonisieren.

Bei Gruppe 1 und 2 konnte ich bis zum heutigen Tage kein Balz- und Kopulationsverhalten feststellen. Bei Gruppe 3 verlief es jedoch etwas anders.

Als die Tiere Anfang März ihre Winterruhe beendet hatten, wurde die Luftfeuchte und die Temperatur erhöht. Bereits in der ersten Maiwoche verhielt sich das größere der beiden Männchen (ca. 80 cm) auffallend aktiv. Er zeigt dem kleineren Männchen (ca. 65 cm) durch heftiges Kopfnicken seinen Besitzanspruch auf das kleinere der beiden Weibchen (ca. 65 cm). Da die beiden anderen Tiere nicht die geringsten Anstalten machten, ebenfalls in Balzstimmung zu kommen, wurden diese aus dem Terrarium genommen.

Die beiden verbleibenden Tiere kopulierten am darauf folgenden Tag mehrere Stunden. Dem vorausgegangen war ein ebenfalls mehrere Stunden dauerndes Balzritual, wobei des Weibchen in Hals, Beine und Schwanz gebissen wurde, bevor es bei der eigentlichen Paarung fast regungslos verharrte. Nach ca. 5 Wochen setzte das Weibchen ein Gelege bestehend aus 16 Eiern in ein dafür vorgesehenes mit einem Torf-Sand-Gemisch gefülltes Gefäß ab.

Umgehend wurde das Gelege aus dem Terrarium entfernt und dann in einem Spezialbehälter bei 30°C und 95% Luftfeuchte inkubiert.

Bereits nach 2 Wochen war das Gelege von einem Pilz befallen, der das selbige zerstörte.

Steppenwarane schlüpfen in der Regel nach 150-170 Tagen bei einer Temperatur zwischen 30°-32°C und mit einer Länge von ca. 10-15 cm und einem Gewicht um 10-15 g.

In Afrika leben die kleinen Warane in Gruppen auf Bäumen und in Büschen und ernähren sich dort von Raupen, Gehäuse- und Nacktschnecken und kleinen Echsen. Mit zunehmender Länge wird ihr Lebensraum immer mehr auf den Boden verlegt.

Es dürfte jedem Naturinteressierten Leser klar sein, dass das Verhalten des Steppenwarans im natürlichen Biotop anders ist als unter Terrarienbedingungen.

So erstreckt sich das Nahrungsspektrum frei lebender Exemplare auf Aas, Gelege Bodenbrütender Vögel bis hin zu Giftschlangen.

Die Arten mit den kurzen Giftzähnen können die dicke Haut des Warans nicht durchdringen und gegen viele Gifte anderer Schlangen ist er immun. Über die Verhaltensweise des Steppenwarans und seiner Unterarten in freier Natur gäbe es noch viel zu berichten, doch dies würde sicherlich den Rahmen dieser Lektüre sprengen.

Jedoch eins sollte dem zukünftigen Steppenwaranhalter bewusst sein, bevor er sich für dieses Tier entscheidet. Kann ich über Jahre hinweg den Ansprüchen an Unterbringung, Ernährung und sonstiger Pflege genügen?

Wenn man sich dieser Sache bewusst ist und all diese Kriterien erfüllen kann, wird man ein zufriedener und erfolgreicher Pfleger sein.

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